So sei im Kreis Neuss bei Düsseldorf eine Frau von ihrem vermeintlichen afrikanischen Geliebten über Jahre hinweg um ihr gesamtes Vermögen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro gebracht worden. Die Polizei geht von einem großen Dunkelfeld aus: "Viele schämen sich zu sehr, um Anzeige zu erstatten."
Die Masche funktioniert so: In Partnerbörsen oder sozialen Netzwerken lassen die Lockvögel ihren Charme spielen. Sie bauen langsam eine intensive Beziehung zu ihren Opfern auf, durch romantische Mails, stundenlange Telefonate und Chats. Dabei geht es um Liebe und eine gemeinsame Zukunft. Erst vor dem ersten Treffen geschieht dann angeblich etwas Unvorhersehbares: Der Geliebte kann die Reise nach Deutschland nicht antreten und bittet um einen Bargeldtransfer.
Während weibliche Opfer manchmal über Jahre hinweg umgarnt werden, um das notwendige Vertrauen aufzubauen, gingen die Täter bei Männern anders vor: Eine attraktive Chatpartnerin fordert zum virtuellen Austausch von Zärtlichkeiten auf. Das wird über die Webcam aufgezeichnet oder fotografiert. Mit den kompromittierenden Bildern werden die Männer dann erpresst. dpa