Einige Aktionäre hätten Wege beschritten, „die teilweise schon als Psychoterror bezeichnet werden können“.
Hiesinger war im Zuge der Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem Konkurrenten Tata unter Druck geraten, weil Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital aus Schweden mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau des Ruhrkonzerns gefordert hatten. Hiesinger hatte Ende vergangener Woche überraschend das Handtuch geworfen.
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Hiesinger setzt Lehner nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Mittwoch) auf eine Übergangslösung. Es laufe darauf hinaus, dass Finanzchef Guido Kerkhoff das Unternehmen bis zu einer endgültigen Personalentscheidung führen solle, berichtete die Zeitung unter Verweis auf Konzernkreise. Ein Sprecher von Thyssenkrupp wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Lehner ließ offen, wie lange eine Einigung im Aufsichtsrat über die Strategie und einen neuen Unternehmenschef dauern könne. „Es wird so lange dauern, wie es dauern muss“, sagte er. Forderungen nach einem Verkauf der profitablen Aufzugssparte erteilte Lehner eine klare Absage. „Das widerspräche jeglicher Vernunft.“ Solches Tafelsilber verkaufe man nur in der Not: „Bei uns gibt es keine Not.“