Tempo im Leopardendress: Rollerderby im Bergischen

Das Team wurde vor zwei Jahren gegründet. 20 Frauen trainieren jede Woche in der Börse.

Wuppertal. Noch ist Miss Millhouse vor Käp’n Dodi, doch dann schiebt sich die Skaterin mit der Nummer sieben auf dem Rücken vor ihre Gegnerin — und zieht vorbei. Wieder ein Punkt für das Team mit den schwarzen Helmen.

Rollerderby nennt sich der Sport, den die „Pirate Brides Wuppervalley“ betreiben. Eine Randsportart mit Vollkörperkontakt, die beinahe ausschließlich von Frauen gespielt wird — auf Rollschuhen wie man sie vom Rollhockey kennt, aber ohne Ball. „Das ist sehr verwirrend für alle, die das erste Mal mit dem Sport in Berührung kommen“, erzählt Käp’n Dodi. Die 25-Jährige hat die Mannschaft vor zwei Jahren ins Leben gerufen, hatte von dem Sport in einer Zeitung erfahren.

Kurz nach der Gründung, stieß auch Miss Millhouse dazu. „Es ist üblich, dass wir nur unter unseren Mannschaftsnamen auftreten“, sagt sie. Denn nicht jeder Chef sähe den Sport unkritisch. Immerhin geht es auf dem Spielfeld, „Track“ genannt, ordentlich zur Sache: Vier Läuferinnen, das sogenannte Pack, muss von jeweils einer Jammerin pro Team überholt werden. Pro überholter Gegnerin gibt es einen Punkt. Um dies zu verhindern, wird geblockt, geschoben — und auch mal gefoult.

Schutzbekleidung ist dabei natürlich Pflicht, denn Rollerderby wird in der Halle gespielt — da tut jeder Sturz richtig weh. „Die Ellenbogen-, Knie- und Handgelenkschoner sind der Grund, warum es für uns so schwer ist, eine geeignete Halle hier in Wuppertal zu bekommen“, erklärt Käp’n Dodi. Derzeit wird jeden Dienstag im Blauen Saal in der Börse trainiert.

Im April werden die 20 Wuppertaler Piratenbräute in die Eissporthalle Solingen zurückkehren können, um dort zu trainieren — bis dort die Eislaufsaison wieder beginnt. Bis dahin möchten sie, wie im letzten Jahr, ein Spiel (genannt Bout) organisieren. Ihr erstes Bout im September war ein Erfolg. „Wir haben das Spiel zwar verloren, aber viel an Erfahrung dazu gewonnen“, erzählt Miss Millhouse.