Ihr 98 Jahre alter Mann hatte vor dem Berliner Landgericht einen Tötungsversuch gestanden. Er habe sich und seiner Frau das Leben nehmen wollen, hatte der seit Jahren erkrankte Rentner erklärt. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.Nach 52 Jahren Ehe hatte der Angeklagte am 12. Juni in der gemeinsamen Wohnung in Berlin-Wilmersdorf zunächst mit einer Schreckschusspistole auf die Frau geschossen. Dann griff er zu einer Baseballkeule und schlug mehrmals zu. Mit einem Messer verletzte er seine Frau schließlich an Hals und Hand.
Als er dachte, dass sie tot sei, wollte sich der Mann die Pulsader aufschneiden. Beide kamen aber in ein Krankenhaus.Der Prozess ist nicht öffentlich. Am zweiten Verhandlungstag wurden die Tochter des Angeklagten, ein Gerichtsmediziner und ein Polizist gehört. Die Ehefrau hatte damals mit der Tochter telefoniert und konnte so Hilfe alarmieren. Der 98-Jährige ist nur eingeschränkt verhandlungsfähig. Eine Ärztin sitzt im Gerichtssaal. Der Mann wirke erschöpft, sagte seine Anwältin am Rande des Prozesses.
Nach bisheriger Planung will das Gericht an diesem Donnerstag sein Urteil verkünden. Vorgesehen sind zuvor weitere Zeugenaussagen, ein psychiatrisches Gutachten und die Plädoyers.