Franz Müntefering spricht über seine tote Frau

Franz Müntefering hat im November vergangenen Jahres "nicht einen Augenblick gezögert", sein Amt als Vizekanzler aufzugeben, um sich um seine todkranke Frau zu kümmern. Jetzt spach er im Magazin "Stern" zum ersten Mal über die Zeit, in der er seine Frau pflegte.

Es sei ihm nicht schwer gefallen, seine Frau Ankepetra zu versorgen und ihr Spritzen zu geben. "Wenn man es macht, ist es ganz natürlich, erst recht bei einem Menschen, den man liebt." Sie war Ende Juli an Krebs gestorben.

"Als ich im November 2007 aus der Politik ausschied, hatte ich das Gefühl, wir gehen jetzt eine lange, letzte gemeinsame Strecke", sagte Müntefering. Das Wissen um das nahe Ende sei "schrecklich" gewesen.

Andererseits habe er es "als Privileg empfunden, dass wir eine so intensive Zeit miteinander verbringen konnten". Er fügte hinzu: "Wir hatten noch viele schöne Stunden und Tage." Über ihre Beziehung sagte er: "Ich konnte mit meiner Frau Pferde stehlen, wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen."

Seine Frau und er hätten bereits vor Jahren verabredet gehabt: "Wenn einer von uns ein Pflegefall werden sollte, kümmert sich der andere um ihn, wenn irgend möglich zu Hause."