Gbagbo warnt vor Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste

Paris (dpa) - Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, hat vor einem Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land gewarnt. Er sei Opfer eines Komplotts der USA und Frankreichs, beklagte Gbagbo in Interviews mit den französischen Zeitungen „Le Figaro“ und „Le Monde“.

Beide Staaten wollten ihn mit Macht zum Rücktritt zwingen, was die Gefahr eines Bürgerkriegs wachsen lasse. Die Botschafter Frankreichs und der USA hätten Einfluss auf den Wahlleiter genommen, um seinen Herausforderer Alassane Ouattara zum Wahlsieger erklären zu lassen, behauptete Gbago. Ein französischer Außenamtssprecher wies die Komplott-Vorwürfe am Montag als haltlos zurück.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hat unterdessen weitere Schritte zur Kooperation mit dem Wahlsieger Alassane Ouattara eingeleitet. So begann Paris einen von Ouattara nominierten Botschafter des westafrikanischen Landes zu akkreditieren.

Ouattaras Aufruf zum Generalstreik in der Elfenbeinküste wurde am Montag nach Augenzeugenberichten aus der wirtschaftlichen Metropole Abidjan praktisch nicht befolgt. Mit dem Streik wollte die Opposition weiteren Druck auf Gbagbo ausüben.

Der weigert sich, das Ergebnis der Präsidentenwahl vor vier Wochen anzuerkennen, aus denen Ouattara als Sieger hervorgegangen war. Der bisherige Präsident hatte sich erneut als Staatschef vereidigen lassen und will sein Amt nicht abgeben. Die EU, die USA, die Vereinten Nationen und afrikanische Staaten haben seitdem den Druck auf ihn massiv erhöht. Gbagbo beteuerte, er sei laut Verfassung der rechtmäßig gewählte Staatschef. Die UN-Blauhelme müssten das Land verlassen: „Die UN und ihr Chef haben sich hier sehr parteiisch gezeigt... Diese Streitmacht ist jetzt parteiisch, man fragt sich, was sie hier macht.“

Zu den Drohungen einer möglichen militärischen Intervention durch die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas meinte Gbagbo gelassen: „Es wäre in Afrika das erste Mal, dass afrikanische Staaten zum Krieg gegen ein anderes Land bereit wären, nur weil eine Wahl schlecht verlaufen ist.“

Nach UN-Angaben sind bei Unruhen nach der Wahl rund 170 Menschen getötet worden, 14 000 Menschen flohen ins benachbarte Liberia.