3. Handball-Bundesliga HSG-Krefeld braucht Galavorstellung im Topspiel

Die Seidenstädter können mit einem Sieg über Gelnhausen vorzeitig den Süd-West-Titel erringen.

Auf HSG-Kapitän Christopher Klasmann und seine Mitspieler wartet eine echte Herausforderung.

Foto: samla.de

Den Ernstfall Aufstiegsrunde zur 2. Liga proben und dabei gleich die Süd-West-Meisterschaft in der 3. Liga einfahren. Das kann der Spitzenreiter HSG Krefeld Niederrhein im Topspiel der 3. Handball-Bundesliga gegen den Tabellenzweiten TV Gelnhausen. Mit weit über 2000 Zuschauern bildet die Glockenspitzhalle am Samstag um 19 Uhr dafür den passenden Rahmen.

Für das Team von Trainer Mark Schmetz gilt es, gegen die Hessen vor allem den immer wieder aufkeimenden Chancen-Wucher in den Griff zu bekommen. Denn schon beim 23:23-Remis im Hinspiel scheiterte das Team um Kapitän Christopher Klasmann und Torjäger Jörn Persson vor allem in der zweiten Hälfte eher an den zuhauf vergebenen Chancen als tatsächlich am Gegner, der allerdings mit nur 688 Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga hinter den Gastgebern mit
673 Treffern stellt. Trotz des deutlichen 41:27-Auswärtssieges am vergangenen Samstag gegen die Bergischen Panther wurde danach erneut die unkonzentrierte Chancenverwertung im HSG-Tross kritisiert. Hoch motiviert dürfte vor allem Torjäger Jörn Persson in das Topspiel gehen.

Mark Schmetz: „Wir müssen
mit sehr viel Tempo spielen“

Der 24-Jährige ist mit 160 Treffern derzeit der beste Torjäger der Liga auf dem Feld, konnte im Hinspiel in Gelnhausen allerdings mit nur zwei Toren nicht wie gewohnt dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Ein nervenstarker „Siebenmeter-Spezialist“ und gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gäste ist dagegen Jonathan Malolepszy, der mit 215 Treffern die Torjägerliste, in der Süd-West-Liga insgesamt anführt, dabei allerdings schon 141 Mal vom Siebenmeterpunkt traf. HSG-Trainer Mark Schmetz warnt daher vor dem Tempohandball des Gegners: „Gelnhausen gibt 60 Minuten Vollgas und weiß damit jeden Gegner in Bedrängnis zu bringen. Im Angriff suchen sie häufig das Eins-gegen-Eins und ziehen dabei viele Siebenmeter.“

Im Hinspiel konnte die HSG-Abwehr dieses Vorhaben weitgehend unterbinden, nur vier Siebenmeter ließen Abwehrchef Matija Mircic und seine Nebenleute zu. Doch das HSG-Aufgebot hat sich im Vergleich zum Hinspiel stark verändert. Damals noch verletzt, steht nun neben Torhüter Sven Bartmann noch Martin Juzbasic im Tor zur Verfügung. Daneben sind mit Julius Rose, Tim Claassen und Kolen Krancz gleich drei neue Gesichter im HSG-Aufgebot zu sehen. Die enorme Breite und Leitungsdichte im HSG-Kader könnte am Ende sogar der große Vorteil der Gastgeber sein.

Bekanntes Schiedsrichterduo pfeift das Spitzenspiel

Mit Spitzenspielen der Krefelder bestens vertraut ist das vom Deutschen Handball Bund angesetzte Schiedsrichterduo Sven Ernst und Johannes Sippel. Denn die Unparteiischen aus Fellbach und Freiburg, die zum Standard-Kader der 3. Liga gehören, pfiffen in der Vorsaison bereits die Topspiele der Krefelder gegen Ferndorf vor 2175 Zuschauern in der Glockenspitzhalle und gegen Aldekerk in der Yayla-Arena vor 7468 Fans. Das Duo stand zudem beim 41:33-Hinspielerfolg in der Hinrunde in Saarlouis auf dem Platz, als die Eagles dort eine Galavorstellung ablieferten.

Schmetz freut sich auf den Spitzenkampf: „Wir müssen mit sehr viel Tempo spielen, damit können wir Gelnhausen knacken. Doch für uns ist das Spiel nicht nur ein sportliches und atmosphärisches Highlight, sondern vor allem ein wichtiger Test gegen einen starken Gegner, wie er in der Aufstiegsrunde zu erwarten ist. Wir werden uns strecken müssen, um das Spiel zu gewinnen. Doch mit unseren Fans sehe ich uns leicht in der Favoritenrolle und der wollen wir gerecht werden.“