Regionalliga KFC: Die Zeit der Entscheidungen steht an

Krefeld · Sportlich wie finanziell steht der Regionalligist vor wichtigen Tagen und Wochen – ein Überblick.

Für den KFC Uerdingen stehen sportlich und finanziell wichtige Tage und Wochen auf dem Programm.

Foto: IMAGO/frontalvision.com/IMAGO/K. Hoeft

Die letzte Länderspielpause der laufenden Regionalliga-West-Saison ist beendet, der Saisonendspurt klopft bereits an der Tür. Für den KFC Uerdingen bedeutet die sportliche Realität Abstiegskampf, die finanzielle Realität heißt Überlebenskampf – wichtige Tage, große Entscheidungen stehen dem Regionalligisten bevor.

Verschiedene Szenarien bei einem schweren Restprogramm

Nach 26 Spieltagen liegen die Fakten in der Regionalliga auf der Hand – dem MSV Duisburg ist der Aufstieg in die 3. Liga nur noch theoretisch zu nehmen, Türkspor Dortmund steht nach dem selbstbestimmten Rückzug als erster Absteiger fest und der Abstiegskampf beginnt ab Tabellenplatz zwölf. Mit 23 Punkten aus 24 Spielen befindet sich dort die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf, es folgen Eintracht Hohkeppel und die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 mit 25 absolvierten Partien und je 22 Punkten sowie der SC Wiedenbrück mit 21 Zählern aus 25 Spielen auf Tabellenplatz 15. Mit nur 24 absolvierten Spielen folgt der KFC, vor dem Wuppertaler SV mit 20 Punkten aus 24 Spielen. Die Tabellenplatz 16 und 17 sind fixe Abstiegsplätze, Tabellenplatz 15 würde Stand Ende März für den Klassenerhalt in Deutschlands vierthöchster Liga reichen, ist dabei aber von der dritten Liga und Alemannia Aachen, Rot-Weiß Essen und Borussia Dortmund II abhängig. Die Westvereine kämpfen derzeit um den Ligaverbleib und würden bei eigenem Klassenerhalt dafür sorgen, dass auch der 15. der Regionalliga die Klasse hält.

Auch die Möglichkeit eines weiteren bereits fixen Absteigers besteht durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim 1. FC Düren. Ein Spielbetrieb sei weiterhin nicht gesichert, heißt es in übereinstimmenden Medienberichten, der Absturz an das Tabellenende und ein sportlicher Abstieg droht dem Tabellenneunten. Während die Uerdinger beide Spiele – mit 3:5- und 1:5 – verloren, würde die direkte Konkurrenz im Tabellenkeller bei einer Annullierung der Dürener Spiele, Punkte verlieren. Den Wuppertaler SV sowie den FC Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf würde es einfach treffen, den SC Wiedenbrück gleich dreifach. Im Falle eines Neun-Punkte-Abzugs durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens würde der Abstand auf das rettende Ufer für den KFC, vorausgesetzt es gibt keinen Absteiger aus Liga drei, sechs Punkte betragen. Gegner der letzten neun Spieltage sind neben den Schwergewichten MSV Duisburg (1.), Fortuna Köln (2.) und Borussia Mönchengladbach (3.), auch die direkten Konkurrenten aus Wuppertal, Wiedenbrück und Düsseldorf.

„Team Wieczorek“ präsentiert sich am Deadline-Day

Wie die sportliche Perspektive nach dem anstehenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln II aussehen wird, hängt maßgeblich mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens bzw. der Insolvenzabwendung und einer damit einhergehenden Sicherung des Spielbetriebs ab. Eine Entscheidung dürfte, laut der Äußerungen des vorläufigen Insolvenzverwalters Thomas Ellrich, am 1. April erwartet werden. Ein Datum, das auch die „Freunde und Förderer des KFC Uerdingen“ für sich nutzen wollen. Bisher war die Gruppierung als selbsternannte „Option“ oder das „Team Wieczorek“ bekannt. Ab 19.05 Uhr will man im Uerdinger Bahnhof „einen Plan, eine Vision“ vorstellen – angesichts vergangener Äußerungen und der Wahl des Termins, wohl ausschließlich ausgehend von einer Insolvenzeröffnung. Die Gefahr eines Abstiegs in die Oberliga würde damit ansteigen, ein Neun-Punkte-Abzug in dieser Saisonphase – sofern es gelingen würde, den Spielbetrieb zu sichern – nur schwer aufzuholen sein und den Verein sportlich in eine altbekannte Situation zurückwerfen.

Zwischen 2022 und 2024 spielte der KFC in der weniger attraktiven Oberliga und bekam rund um den Nichtaufstieg im ersten Jahr Druck seiner Sponsoren, wie es Ex-Vorstand Christoph Lenz in einem Brief, der der WZ vorliegt, auf der Mitgliederversammlung ausdrückte: „Im Weiteren wurde uns und – dem Vernehmen nach – auch gegenüber Marcus John durch unseren damaligen Hauptsponsor mitgeteilt, dass es in der Oberliga (…) kein weiteres Engagement mehr geben würde (…).“ Damaliger Hauptsponsor war „Biolectra Magnesium“, ein Produkt der Hermes Holding mit Geschäftsführer Jörg Wieczorek, Unterzeichner der „Freunde und Förderer des KFC Uerdingen“-Einladung.