Die Regierung verlasse sich mit Blick auf mögliche Stromengpässe im Winter zu stark auf Quellen, die der Atomindustrie nahe stehen, wird in dem Antrag kritisiert, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. „Die zur Verifizierung notwendigen Daten, die zur Zeit nur den Netzbetreibern vorliegen, müssen allgemein zugänglich gemacht werden“, fordert die Grünen-Fraktion in dem am Dienstag beschlossenen Antrag, der nun in den Bundestag eingebracht werden soll.
Ingrid Nestle, Grünen-Sprecherin für Energiewirtschaft, betonte: „Die Bundesregierung entscheidet ins Blaue hinein. Das ist bei Atomkraft unverantwortlich.“ Die „Kaltreserve“ ist besonders Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wichtig - Experten halten den Plan für sehr fragwürdig, weil es bis zu drei Tage dauert, ein abgeschaltetes Atomkraftwerk wieder anzufahren. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will lieber eine Reserve aus Gas- und Kohlekraftwerken. Die Bundesnetzagentur soll nun bis September entscheiden, ob man überhaupt eines der sieben ältesten AKW, die alle stillgelegt werden sollen, bis 2013 in Bereitschaft halten muss.