Zwar werde die internationale Gemeinschaft dies versuchen. Aber: „Ich bin sehr skeptisch, ob das in diesem Fall gelingt.“
Die wirtschaftlichen Fähigkeiten des kommunistischen Landes reichten nicht mehr aus, um seine umfangreichen konventionellen Streitkräfte so wie bisher aufrechtzuerhalten. „Es sind eine Million Mann unter Waffen. Das ist natürlich auch ökonomisch sehr teuer. Deshalb verlegt man sich stärker auch auf die nukleare Komponente.“ Dadurch wolle Nordkorea Prestige nach außen und Stabilität nach innen gewinnen, sagte Polenz.
Der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich, sieht in dem Konflikt ebenfalls keine wirksamen Einflussmöglichkeiten von außen. Er nehme eine „fast verzweifelte Reaktion“ Chinas wahr, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Die Führung in Peking müsse offenbar feststellen, dass sie keinen Einfluss mehr auf ihren einstigen Schützling in Pjöngjang habe. Auch wenn es nicht zum angedrohten Atomschlag komme, sei ein militärischer Zusammenstoß nicht auszuschließen, sagte Mützenich. „Die Grenze zwischen Süden und Norden starrt nur so vor Soldaten und Waffen auf beiden Seiten.“