BayernLB will mehr Schadenersatz von Ex-Managern

München (dpa) - Die BayernLB will ihre ehemaligen Top-Manager nicht mit 25 Millionen Euro Schadenersatz für das Debakel mit der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria davonkommen lassen.

Diese Summe hatte das Münchner Landgericht vor zwei Wochen im Prozess gegen die Ex-Vorstände als Kompromiss vorgeschlagen. Die Bank hatte allerdings 200 Millionen Euro gefordert und will den Vorschlag des Gerichts wegen dieser großen Differenz nicht annehmen. Der Verwaltungsrat der BayernLB habe beschlossen, den Vergleichsvorschlag der Richter abzulehnen, hieß es am Mittwoch in Finanzkreisen. Damit wurde ein Bericht des „Münchner Merkurs“ (Mittwoch) bestätigt. Die BayernLB wollte sich nicht dazu äußern. Der Münchner Justiz droht nun ein jahrelanger Prozess um die Aufarbeitung des Dramas.

Die BayernLB wirft ihrem früheren Chef Werner Schmidt sowie sieben weiteren Ex-Vorständen Pflichtverletzungen vor, weil sie die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Jahr 2007 für rund 1,6 Milliarden Euro kauften, obwohl deren Probleme damals schon bekannt waren. Grundlage für die Übernahme war ein Kaufvertrag von nur 23 Seiten - üblich sind bei solchen Milliardengeschäften mehrere hundert Seiten, um sich auch gegen nachträgliche Probleme abzusichern.

Nach Milliardenverlusten gab die BayernLB die HGAA im Jahr 2009 an Österreich zurück, wo sie notverstaatlicht wurde. Den Freistaat Bayern und damit die Steuerzahler hat das Debakel mehr als 3,7 Milliarden Euro gekostet.

Die Landesbank hatte vor dem Prozess bereits erfolglos versucht, sich mit ihren ehemaligen Vorständen zu einigen. Grundsätzlich sei die Bank einem Kompromiss auch vor Gericht nicht abgeneigt, sofern sie diesen für plausibel hält, hieß es.

Unangenehm dürfte die juristische Aufarbeitung vor Gericht vor allem für Ex-Vorstand Michael Kemmer werden, der als einziger der acht Beschuldigten noch ein öffentliches Amt hat - als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken. Zum Prozessbeginn war er - wie die meisten der Vorstände - nicht ins Gericht gekommen. Der nächste Verhandlungstermin ist Ende Oktober.