Der ein oder andere werde sagen, dass der Bau des neuen Grefrather Rat- und Bürgerhauses zu langsam voranschreite. Doch dem könne er nur entschieden widersprechen. „Das ging schnell“, resümierte Bürgermeister Stefan Schumeckers (CDU) bei der Grundsteinlegung am Rathausplatz, zu der neben zahlreichen Mitarbeitern aus der Gemeindeverwaltung und Vertretern der Politik auch die Beschäftigten der zuständigen Bau- und Planungsunternehmen gekommen waren.
Im Februar 2021 wurden erstmals die Missstände bei den Räumlichkeiten des Rathauses in einer Präsentation zusammengefasst, sechs Wochen später gab es bereits den ersten Ratsbeschluss: Eine Lösung muss her. „Das ist ein Zeichen dafür, dass Politik funktioniert“, sagte Schumeckers. „Wir wussten auch, wenn wir ein Rathaus bauen, soll es zu Grefrath passen und nachhaltig gebaut sein.“
Bei der Planung habe man sich bemüht, Beton zu vermeiden, doch ganz ohne geht es nicht, besonders beim Gießen des Fundaments. Daher wird auf CO2-reduzierten Beton gesetzt, der im Vergleich zu herkömmlichem Material ein geringeres Treibhauspotenzial aufweist. Die ursprüngliche Idee, Recycling-Beton zu verwenden, musste verworfen werden, da er in der Nähe nicht verfügbar war. Der weite Transportweg hätte den Nachhaltigkeitsvorteil wieder zunichte gemacht.
Auf dem Platz gleich neben der historischen Villa Berger entsteht nun ein Anbau, der nicht nur dem Verwaltungsteam gesundes Arbeiten ermöglichen, sondern auch Raum für bürgerliches Engagement schaffen soll. Die Bauarbeiten haben bereits im Januar begonnen, erste Umrisse sind bereits zu sehen. „Dieses Fundament steht bildlich für das, was politisch gerade auf der Welt geschieht“, so Schumeckers. „Der Stahl muss Zug- und Druckkräfte aushalten. Hier startet Geselligkeit und Miteinander, aber es wird auch mal gezogen und gedrückt. Knöllchen und Grundsteuer sorgen vielleicht nicht gerade für Applaus, sie gehören aber dazu.“
Eine Zeitkapsel durfte bei der symbolischen Grundsteinlegung selbstverständlich auch nicht fehlen. Schumeckers und Katrin Lichtenstein von der Kommunalen Projektplanung befüllten sie mit einem Satz Euro-Münzen, einer Urkunde, einer Einladung zur Grundsteinlegung und Plänen zum Rathaus.
Als nächster Schritt werden Ausschreibungen für die Holzbau- und Zimmererarbeiten vorbereitet. Auch hier soll nachhaltig gearbeitet werden: Vorgegeben ist, dass das Holz für die Zimmererarbeiten aus nachhaltiger und sozialverträglicher Forstwirtschaft stammen und aus Europa bezogen werden muss.