Acker-AG der Gesamtschule In der Gesamtschule wird geackert

Nettetal-Breyell · In der Städtischen Gesamtschule Nettetal ist das Gartenjahr gestartet. Fünft- und Sechstklässler nehmen am Projekt Gemüse Ackerdemie teil. Was genau dort passiert.

Lehrer und Schüler freuen sich gemeinsam, dass die Städtische Gesamtschule Breyell an der Gemüse Ackerdemie teilnehmen kann.

Foto: Bianca Treffer

Ein bisschen erinnert das Bild an Schneewittchen und die sieben Zwerge. Ausgerüstet mit Harken, Spaten, kleinen Schaufeln und Gießkannen marschieren zehn Fünft- und Sechstklässler der Städtischen Gesamtschule Nettetal hintereinander vom Schulgarten in Richtung Ackerfläche. Es ist Montagmittag und gerade hat die achte Schulstunde begonnen. Für alle Gesamtschüler der fünften und sechsten Klassen heißt das: Ihre jeweiligen Arbeitsgemeinschaften sind für zwei Schulstunden angelaufen. Für Sophie, Paul, Oskar, Melih, Alina, Emilia, Sylvana, Luzie, Maxi und Aayan steht somit die Acker-AG auf dem Stundenplan. Waren es bislang eher die Theorie in Sachen Gärtnern und das Vorbereiten der Ackerfläche, die sich hinter der Turnhalle der Gesamtschule in Breyell befindet, so kann nun das eigentliche Setzen der Pflanzen sowie das Einsäen von Samenkörnern beginnen. Doch dafür musste die Gruppe zunächst einen Abstecher in den Schulgarten machen, denn dort befindet sich das Holzhaus, in dem alle Gartengeräte untergebracht sind.

Im nunmehr dritten Jahr ist die AG dabei in einer besonderen Form am Start. „Wir haben eine Kooperation mit Acker e.V. aus Berlin. Das heißt, bei uns in der Schule läuft das Programm Gemüse Ackerdemie“, informiert Holger Wildemann vom Schulleitungsteam. Sonja Herdieckerhoff ist die betreuende Lehrerin der Acker-AG. Dazu erhält sie zwei-bis dreimal im Jahr Unterstützung durch einen sogenannten Acker-Coach vom Berliner Verein. Michael Spatz, der aus Krefeld kommt, hat diese Aufgabe inne. „Wir begleiten die ersten drei Jahre. Danach soll eine Schule ihr Ackerprojekt in Eigenregie führen. Wir als Acker-Coaches stehen in den ersten Jahren begleitend zur Seite, sind für Fragen da und besuchen die jeweilige Schule, um gemeinsam das in der Theorie Besprochene in die Praxis umzusetzen“, sagt Spatz. Er ist an diesem Montag ebenfalls vor Ort, da die Frühjahrsbepflanzung der Ackerfläche angesagt ist.

Inzwischen ist die frisch umgegrabene Fläche erreicht, wo Spatz bereits mehrere Kunststoffbehälter mit Jungpflanzen deponiert hat. Lehrerin Carolin Hoffmann, die das Projekt an die Gesamtschule holte, zieht mit zwei Gießkannen los, um das benötigte Wasser zu transportieren. „Normal haben wir zwei Tanks, die mit dem ablaufenden Regenwasser vom Turnhallendach gespeist werden. Aber es stimmt derzeit etwas mit dem Anschluss nicht. Da muss erst der Hausmeister ran“, sagt Hoffmann und deutet auf die beiden großen Tanks, die direkt an der Turnhallenwand stehen. Für Wasser aus dem Hahn geht es jetzt erst einmal in die Turnhalle.

An der vorbereiteten Pflanzfläche knubbeln sich die Schüler derweil um Spatz. Der hat eine Pflanzenbox mit Palmkohl in die Hand genommen. „Wisst ihr noch, wie die Pflanzen eingesetzt werden sollen?“, möchte der Acker-Coach wissen. Ein allgemeines Nicken macht die Runde. „Erst das Pflanzloch ausheben, dann wässern, die Pflanze einsetzen und vorsichtig wieder mit Erde auffüllen“, beantwortet Sophie die Frage. Spatz erinnert nochmals daran, dass die Pflanzen nicht an den Blättern aus den Boxen gezogen werden sollen, sondern am Ballen herausgenommen werden. Sein Trick in Sachen korrekter Pflanzabstand, der 30 Zentimeter betragen soll, ist die Handschaufel, mit der die Löcher ausgehoben werden. „Wenn die Schaufel, die gut 30 Zentimeter lang ist, zwischen den Pflanzen Platz hat, ist das genau richtig“, sagt Spatz.

In Sachen gerade pflanzen hilft er ein wenig. Mit dem Stiel vom Rechen gibt er eine entsprechende Reihe vor. Schüler greifen zu den Schaufeln und bereiten die ersten Pflanzlöcher entlang dieser Linie vor. Bei der Frage, wieviel Wasser in das Pflanzloch soll, gibt es eine kurze Diskussion, dann ist das aber auch geklärt. Pflanzballen für Pflanzballen verschwindet in der Erde und die erste Reihe mit Palmkohl steht. Laut den von Spatz mitgebrachten Pflanzkarten soll die nächste Reihe mit Kohlrabis bestückt werden, denen sich Mangold anschließt. Pflanzkartoffeln setzen und Anhäufeln der Erde folgt, wobei Spatz daran erinnert, dass die Keimlinge der Mutterkartoffel vorsichtig behandelt werden müssen, damit sie nicht abbrechen. Schließlich sorgen sie für die späteren Kartoffeln. Zwiebeln pflanzen steht ebenfalls auf der to do Liste. Alle AG-Teilnehmer sind sich einig: Gärtnern macht Spaß und man freut sich schon jetzt auf die Ernte.