Mit Trommelklang und markigen Sprüchen zogen gestern die Macher des freien Theaters am Schlachthof durch die Innenstadt. Lautstark protestierten sie, gekleidet in Müllsäcke und Papier-Hüte, gegen die geplanten Kürzungen der städtischen Zuschüsse. Ein Zuschuss von 70 Cent je Neusser Einwohner sei wohl kaum zuviel, mutmaßte ein TAS-Mann per Megafon vor dem Rathaus und sprach angesichts der Kürzungen von bis zu 66 Prozent in drei Jahren von kultureller Enteignung. Freudig wurden Unterstützer begrüßt: Von der Oberstraße kamen Mitglieder des Rheinischen Landestheaters samt Intendantin Ulrike Schanko, um Solidarität für die "freien" Kollegen zu zeigen - und auf eigene Finanznöte angesichts drohender Kürzungen zu verweisen. Die TAS-Leute um Geschäftsführer Reinhard Mlotek hatten sich als "Kultur-Schützer" und "Kultur-Schützen" ausgegeben: Ein Hinweis darauf, dass der Kulturausschuss zwar bei allen Kultureinrichtungen gekürzt, die Zuschüsse fürs Schützenwesen aber unangetastet gelassen hatte.
Neuss: Demonstration Kultur-Schützen als Kultur-Schützer
Die Macher des freien Theaters am Schlachthof durch die Innenstadt.
18.04.2007
, 00:00 Uhr