Wuppertal. Normalerweise dient die Basstuba dem Orchester als grundierendes Element, auf dem die Instrumente ihre Klangfarben entfalten und glänzen lassen können. Das ist im vierten Sinfoniekonzert der Saison ganz anders: Hartmut Müller sitzt nicht versteckt hinter den Streichern, sondern als Solist gleich neben Toshiyuki Kamioka, dem Dirigenten.
Der Jubel des Publikums verleitet den Solisten zu einer Zugabe: Dass Johann Sebastian Bach die Cello-Suite eigentlich für Tuba geschrieben habe, wenn sie denn erfunden gewesen wäre, will Müller den Celli-Kollegen weismachen - Tubisten sind also offensichtlich auch Spaßvögel.
Selbst das ruhige "Adagio" mit Bach-Zitaten bringt keine wirkliche Entspannung - untergründig ist sie mit Verzweiflung gepaart. Auch Fanfaren-Märsche und kantige Zwiegespräche der Instrumentengruppen im Finalsatz transportieren bei allem Strahlglanz die resignativen Züge. Eine bessere Deutung von Schumanns Zweiter kann man sich wohl kaum wünschen.