Düsseldorf. Kritik, gar Ratschläge an den Nachfolger Nicolas Sarkozy hat sich der Ruheständler untersagt, der freilich sehr genau hinschaut, wie der neue Präsident etwa die transatlantischen Weichen neu justiert, Russland auf Abstand hält und der Nato schöne Augen macht. Das dürfte ihm, dem alten Gaullisten und Putin-Freund, kaum gefallen haben.
An seiner Stiftung, die das Verständnis der Kulturen fördern soll, arbeitet Chirac regelmäßig. Dass ihn die Justiz, kaum sechs Monate nach dem Abschied von der Macht, jetzt wegen einer Parteiaffäre am Kanthaken hat, überschattet den Ruhestand. Die Richterin ist ein harter Brocken, die ihn zum Verhör einbestellte und nun als Beschuldigten führt. Das ist eine Premiere für einen Ex-Präsidenten, auf die er gern, zumal so kurz vor seinem Geburtstag, verzichtet hätte.