"Jens, vi kaen!" hatten seine Anhänger im Wahlkampf skandiert. Zu einer Zeit, als der 50-Jährige in den Umfragen noch weit hinter seiner Kontrahentin, der Rechtspopulistin Siv Jensen, lag.
Auf der Zielgeraden aber setzte sich der passionierte Jäger Stoltenberg doch noch durch. "Der neue Landesvater", huldigte ihm nach dem Sieg die Zeitung "Dagbladet".
Vieles dürfte er sich bei seinem Vater, dem Ex-Außenminister und früheren UN-Flüchtlingskommissar Thorvald Stoltenberg (79), abgeschaut haben.
Der Politiker, dessen Familie wahrscheinlich im 17. Jahrhundert aus dem schleswig-holsteinischen Stoltenberg nach Norwegen ausgewandert war, hat nicht zuletzt aus Niederlagen gelernt: Nach einem Jahr als noch junger Regierungschef fuhr er die Arbeiterpartei 2001 mit ganzen 24 Prozent an die Wand und sagte nur: "Wir haben verstanden."