Nun steht der 55-Jährige vor dem Aufstieg zum Parlamentspräsidenten.
Am Dienstagabend nominierte ihn seine Fraktion, am 17. Januar 2012 soll der Nachfolger des Konservativen Polen Jerzy Buzek gewählt werden. Die Chancen stehen gut, denn mit den Christdemokraten wurde vereinbart, dass sie dieses Mal den sozialdemokratischen Bewerber unterstützen.
Schulz ist in Würselen bei Aachen aufgewachsen und wurde dort mit 31 Jahren Bürgermeister. Nach seinem Wechsel nach Brüssel sorgte ein Eklat am 2. Juli 2003 für Schlagzeilen: Bei einer Parlamentssitzung kritisierte Schulz den anwesenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi scharf.
Berlusconi erwiderte, er wolle Schulz für die Rolle des KZ-Aufsehers in einem neuen italienischen Film vorschlagen. „Sie wären perfekt.“ Berlusconi bezeichnete dies später als „Scherz“. Ungewollt verhalf er Schulz damit zu einem für einen Europaabgeordneten ungewöhnlich hohen Bekanntheitsgrad.