Manning war unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls schuldig gesprochen worden. Die Höchststrafe liegt bei 90 Jahren.
In ihrer Urteilsbegründung macht Lind dem US-Soldaten schwere Vorwürfe: Er habe bei der Weitergabe Hunderttausender geheimer US-Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks mutwillig gehandelt. „Mannings Verhalten war rücksichtloser Natur, was es tatsächlich und unmittelbar gefährlich für andere sein ließ“, schrieb sie in dem am Freitagnachmittag veröffentlichten Papier. Er hätte sich denken können, dass die Infos den Vereinigten Staaten schaden oder anderen Ländern einen Vorteil verschaffen könnten.
Manning hatte sich am Mittwoch vor Gericht für seinen Geheimnisverrat entschuldigt. Unterstützer wie der Wikileaks-Chef Julian Assange beklagten danach, dass die US-Militärjustiz den 25-Jährigen mit der Aussicht auf ein hartes Urteil förmlich erpresst habe. „Es dauerte drei Jahre und mehrere Millionen Dollar, um zwei Minuten taktischer Reue aus diesem tapferen Soldaten herauszuholen.“