Trauen sich Kinder nicht allein ins Bad, kommen Erwachsenen die Gründe dafür oft lächerlich vor. „Für Kinder sind die oft sehr ernst“, erklärt Ulric Ritzer Sachs von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Ein erster Schritt sei, vor der Tür zu warten, damit Kinder nicht abschließen müssen. Gut ist auch, sich mit seiner Vorstellungskraft auf Kinderebene zu begeben: „Man kann gemeinsam mit dem Kind das Monster verjagen, etwa indem man in die Kloschüssel reinbrüllt oder ihm einen Zauberstein mit auf den Weg gibt.“
Für jeden kleinen Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit sollten Eltern den Nachwuchs loben. Das sei allemal besser, als ständig „Warum“-Fragen zu stellen. „Kinder fühlen sich so schnell an die Wand gedrängt.“ Außerdem könnten Vierjährige ihre Ängste oft nicht so gut erklären. Entnervte Bemerkungen wie: „Auf Toilette gehen ist doch was ganz Normales, deine Schwester kann es doch auch“ sind zwar verständlich, bringen Kind und Eltern aber nicht weiter.