„Gutpunkte“ zum Sammeln und Einlösen, etwa für einen Besuch im Kindertheater oder Zoo, eignen sich besser. „Verhaltensweisen werden früh geprägt - auch beim Essen“, erläutert Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Verbinden Kinder Schokolade und andere kalorienreiche Nahrungsmittel unbewusst mit der Zuwendung ihrer Eltern, sorge dies auch in ihrem späteren Leben dafür, dass sie sich beim Verzehren dieser Produkte gut fühlen. Das wiederum sei ein Anreiz, davon mehr zu konsumieren und sich selbst zu belohnen.
Zu diesem Thema hat jüngst eine der größten britischen Organisationen zur Bekämpfung von Übergewicht, Slimming World, mehr als 2100 Menschen interviewt. Dabei kam heraus, dass diejenigen Erwachsenen, die in ihrer Kindheit mit Essen belohnt worden waren, später ein vierfach erhöhtes Risiko für Gewichtsprobleme hatten - im Vergleich zu Teilnehmern, die früher keine Nahrungsmittel als Anerkennung für gutes Verhalten erhalten hatten. Das Risiko für Essstörungen war doppelt so hoch. 25 Prozent der Befragten, deren Betreuer Süßes als Erziehungsmittel einsetzten, kämpften seit ihrer Kindheit mit zu vielen Pfunden.