Ahlers’ Kollegen auch. Der geschasste Fachbereichsleiter galt und gilt als stets loyaler Mitarbeiter. In anonymen Hinweisen aus dem Rathaus an die WZ ist sogar die Rede davon, dass Michael Ahlers keineswegs ein halbes Jahr damit gewartet hat, bevor er die folgenschwere Überweisung bei seinen Vorgesetzten einräumte.
Sollte Ahlers also so loyal seinem Dienstherrn gegenüber sein, dass er für ihn sogar den Kopf hinhält? Diese Vermutung ist bereits von Politikern geäußert worden, doch Ahlers blieb standhaft dabei, zunächst in seinem Amt geforscht zu haben, bevor er andere informierte. Immerhin ein halbes Jahr lang.
Dass dann auch noch Kämmerer und Oberbürgermeister ein ganzes Jahr die unfassbare Panne der Öffentlichkeit vorenthielten, nährt den Verdacht, dass sie sich zumindest über die wichtige Kommunalwahl im September 2009 retten wollten. Gerade einmal 405 Stimmen lag Amtsinhaber Gregor Kathstede bei der Oberbürgermeister-Wahl vor dem SPD-Herausforderer Ulrich Hahnen. Die Finanzpanne, die Empörung ungeahnten Ausmaßes in der Bürgerschaft ausgelöst hat, hätte den CDU-Mann durchaus den Wahlsieg kosten können.
Wenn jetzt externe Prüfer die Vorgänge innerhalb der Verwaltung durchleuchten, dann ist zu hoffen, dass sie die vielen offenen Fragen aufklären und vor allem darlegen, ob in den knapp zwei Jahren nur schlampig gearbeitet, unter der Decke gehalten oder sogar vertuscht wurde.
Sollte bei deren Prüfung herauskommen, dass Michael Ahlers die Verantwortung zu Unrecht übernommen und seine Vorgesetzten frühzeitig informiert hat, ist Gregor Kathstede als Oberbürgermeister nicht mehr zu halten.