Goldpreis fällt erstmals seit sechs Wochen unter 1300 Dollar

London (dpa) - Der Goldpreis ist am Mittwoch vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank erstmals seit sechs Wochen wieder unter die Marke von 1.300 US-Dollar gefallen. Anleger erwarteten ein erstes Eindämmen der Geldschwemme in den USA und machten deshalb einen Bogen um das gelbe Edelmetall, erklärten Experten.

Zeitweise rutschte der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) auf 1.292,33 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit dem 8. August. Am Nachmittag konnte sich der Goldpreis wieder etwas erholen und stand zuletzt bei 1.299 Dollar.

„Die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed heute den Beginn des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik verkünden könnte, belastet den Goldpreis“, heißt es in einer Einschätzung der Commerzbank. Einen weiteren Grund sehen die Experten in der erneuten Anhebung der Importsteuer für Goldschmuck in Indien.

Fachleute vom Bankhaus Metzler erklärten den Preisrückgang auch mit der jüngsten Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA. Im August lag die Inflationsrate in der größten Volkswirtschaft der Welt bei 1,5 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt niedriger als im Juli. Gold wird von vielen Anlegern als Inflationsschutz verwendet.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs vor einem weiteren Rückgang des Goldpreises gewarnt. Die Analysten begründeten ihre Prognose mit Hinweisen auf eine Verringerung der Geldschwemme durch die US-Notenbank. Nach zwölf Jahren mit steigenden Preisen, hat das Edelmetall in diesem Jahr bereits etwa 18 Prozent an Wert verloren. Im Frühjahr hatte es einen heftigen Preissturz von rund 1.600 Dollar auf zeitweise unter 1.200 Dollar gegeben./jkr/hbr 181603 Sep 13