Merck überrascht mit Gewinnanstieg

Darmstadt (dpa) - Überraschend hat der Pharma- und Chemiekonzern Merck (Darmstadt) das dritte Quartal mit einem Gewinn abgeschlossen - trotz erneuter Abschreibungen im Arzneimittelgeschäft. Im zweiten Quartal war noch ein Verlust gemacht worden.

Der Überschuss verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 7,5 Prozent auf 227 Millionen Euro. Er übertraf damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Der Umsatz nahm um 3,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zu. Merck sei gut positioniert für das Schlussquartal, sagte Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley am Mittwoch.

Das Unternehmen befinde sich weiterhin im Umbau. Ob dies Stellenstreichungen zur Folge haben könnte, wollte Kley nicht sagen. Merck beschäftigt weltweit rund 40 000 Mitarbeiter. Am Hauptsitz in Darmstadt hat das Unternehmen einschließlich der Auszubildenden rund 9300 Beschäftigte.

Trotz des „soliden Quartals in schwierigem Umfeld“ wollte Merck die schon zurückgeschraubte Jahresprognose nicht mehr anheben. Bei dem bereits gesenkten Ausblick für das operative Ergebnis blieb es. Die Umsatzerwartung wurde aber erneut leicht gesenkt.

An der Börse kamen die Zahlen der im Dax notierten Merck KGaA gut an. Die Aktie gewann vorübergehend sechs Prozent. Weitere Details zum Veränderungsprozess will Merck im ersten Halbjahr 2012 bekanntgeben. Das Unternehmen steckt nach den jüngsten Enttäuschungen in der Pharmasparte mit der gescheiterten Zulassung des Multiple Sklerose-Mittels Cladribin und dem Aus für das Parkinson-Mittel Safinamid vor einer mühsamen und teuren Neuausrichtung.

Die Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr 2011 bleibt wie gehabt. Sie war im Sommer wegen Einmaleffekten von zuvor bis zu 1,6 Milliarden Euro auf rund eine Milliarde Euro gesenkt worden. Im Vorjahr hatte Merck ein operatives Ergebnis von 1,11 Milliarden Euro erzielt. Die Erwartung für den Konzernumsatz wurde dagegen erneut gesenkt: Merck rechnet nun mit 10 bis 10,2 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose war von bis zu 10,7 Milliarden Euro auf bis zu 10,4 Milliarden Euro gekappt worden. 2010 hatte der Konzernumsatz bei 9,29 Milliarden Euro gelegen.