800 Leerflüge pro Jahr, 23.000 Euro Hotelkosten in Berlin pro Monat – geht’s noch?
Die Flugbereitschaft schöpft aus dem Vollen. Geld und Umwelt spielen keine Rolle. Gerade erst hat sie eine Reihe supermoderner Maschinen bekommen, und auf dem neuen Berliner Großflughafen wird ein Regierungsterminal für 350 Millionen Euro geplant. Zuvor aber schnell noch ein Provisorium für 80 Millionen. Wer je am jetzigen Hangar in Tegel eingestiegen ist, wo es ein bescheidenes Backsteingebäude mit ein paar Zimmern auch tut – Gesamtwert vielleicht fünf, maximal zehn Millionen –, weiß, wie überzogen diese Bausummen sind. Bezogen wird der neue Winke-Winke-Palast für politische VIPs übrigens frühestens 2024. In jedem Fall später als der Berliner Großflughafen, und das will wirklich etwas heißen.
Wenn die teuren Jets denn wenigstens fliegen würden. Die Zahl der Aus- und Zwischenfälle ist hoch. Noch ist nichts Schlimmes passiert. Außer dass die Vertreter der wirtschaftlichen Supermacht Deutschland in irgendwelchen ausländischen Airport-Lounges herumlungern müssen, bis die Techniker den Fehler gefunden haben. Oder bis aus Köln/Bonn eine Ersatzcrew angeflogen kommt. Angela Merkels Anreise im November zum G20-Gipfel in Argentinien ist zum Gespött der Welt geworden; kurz danach traf es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien. Zuständig ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie sollten ihre Kommandeure dringend zu besseren Leistungen und größerer Sparsamkeit auffordern. Und zu einem Plan für einen schnelleren Umzug nach Berlin. Das sollte auch ohne Berater gehen.