Durch feinste Haarrisse zwischen Backsteinen und Fugmörtel war Regenwasser in den Wandquerschnitt eingedrungen. Die unter der Leitung von Architekt Peter Zumthor zu Rate gezogenen Experten mussten zunächst unterschiedliche Sanierungsvarianten testen, um die konstruktionsbedingten Herausforderungen zu erkennen. Mit der jetzt durchgeführten Feinstzement-Injektion und anschließender Hydrophobierung der Mörtelfugen fiel die Entscheidung auf die optisch vertretbarste und wirtschaftlich vernünftigste Lösung. Dabei wurden die feinen Risse zwischen Stein und Mörtel auf restauratorische Art verschlossen und anschließend die stark saugenden Mauerwerksfugen wasserabweisend versiegelt. Insgesamt bleibt damit das Mauerwerk diffusionsoffen, der Feuchteeintrag kann jedoch erheblich reduziert werden. In zwei Abschnitten seit August 2018 wurden insgesamt 2420 Quadratmeter Mauerwerksfläche bearbeitet. Für Gutachten, das Anlegen von Musterflächen, die Standzeit der Trocknungsgerüste und die Bearbeitung des Mauerwerks wurden in den vergangenen sechs Jahren rund 445.000 Euro investiert.
Foto: Veit Landwehr