Als jener Bruder, Jazzer und Mitglied in diversen Bands, dem Vater eines Tage mitteilte, ein Konzert von Roxy Music besuchen zu wollen, lautete dessen Empfehlung: Geh’ lieber zu Frank Zappa. Der Qualität wegen. Beckers Vater, Präsident der Hannoverschen Musikhochschule, war Anhänger zeitgenössischer Musik mit Niveau, Grenzgänger und Absurditäten-Liebhaber Zappa gehörte für ihn unbedingt dazu.
Der auf diese musikdemokratische Weise sozialisierte Becker war 13 Jahre alt, als er zum ersten Mal eine Künstlerin live (und ohne Bruder) auf der Bühne erlebte — Patty Smith. Becker saß ziemlich weit vorne und machte so viel Quatsch, dass die Künstlerin innehielt und ihn auf die Bühne holte. „Sie legte mich übers Knie und tat so, als wollte sie mich verhauen“, erzählt Becker. Das werde er nicht vergessen, auch wenn er wenig später ein „sensationelles“ Tina-Turner-Konzert erlebt habe.
Michael Becker stammt aus einer Musikerfamilie, hat Viola studiert und ist Intendant der Tonhalle. kus