Dormagen feiert 20 Jahre Städtepartnerschaft

Eine fast 40-köpfige Delegation aus Kiryat Ono war gestern zu einem Festakt angereist.

Foto: Stadt

Dormagen. Es war ein berührender und würdiger Festakt zur Feier der deutsch-israelischen Freundschaft gestern Mittag in der voll besetzten Kulturhalle, der mit viel Liebe zu Details vor allem die herzlichen Begegnungen und die tiefe Freundschaft in den Mittelpunkt stellte. Mit Musik, Tanz, Reden und einem Video stellten Jugendliche wie Erwachsene unter Beweis, dass der vielfältige Austausch zwischen Dormagen und Kiryat Ono zur Völkerverständigung beigetragen hat.

„Lassen Sie uns auch weiterhin das bewahren und ausbauen, was in den vergangenen Jahrzehnten in Israel und Deutschland, in Kiryat Ono und in Dormagen gewachsen ist. Shalom“, wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in seiner Festrede aufforderte. Die mahnende Erinnerung an mehr als sechs Millionen Juden, die von Nazi-Deutschland ermordet wurden, bleibe von zentraler Bedeutung für das Verhältnis der Staaten — „umso segensreicher ist daher die Freundschaft“ zwischen den Völkern. Es gab gleich drei Anlässe zur Freude: 25 Jahre „Verein zur Förderung der Partnerschaft Dormagen—Kiryat Ono“, 20 Jahre Städtepartnerschaft Dormagen und Kiryat Ono und 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. „Heute ist einer der schönen Tage der deutsch-israelischen Freundschaft“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld nach dem Ende des mehr als dreistündigen Festaktes.

In seiner Rede hatte Lierenfeld den Motoren der Partnerschaft gedankt, die angesichts von 100 deutsch-israelischen Partnerschaften bei mehr als 11 000 deutschen Kommunen „immer noch etwas ganz Besonderes“ sei. Wie Pfarrer Heinz Tenhafen ausführte, wurde der Kontakt möglich durch seine Freunde Arie und Tova Ahidov (86). Die Witwe des ehemaligen Kämmerers von Kiryat Ono war gestern unter den Gästen. „Persönliche Bindungen sind das Wichtigste, aber auch das Bekenntnis zu Demokratie und Pluralismus“, sagte Tenhafen. Sein Nachfolger als Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, Uwe Schunder, der mit seinem Sohn Lior die hebräisch-deutsche Übersetzung übernommen hatte, betonte den „gelebten Brückenschlag“.

Dies sahen auch die Gäste so: Stadtrat Gil Michels überbrachte für Bürgermeister Israel Gal, der eine Videobotschaft („Danke für die vortreffliche Pflege der Partnerschaft“) schickte, die Grüße der Stadt Kiryat Ono: „Freundschaft und Solidarität bringen Frieden — vielen Dank für alles!“