(-nau) Der Eselspfad als durchgängige Rad-Verkehrsachse am westlichen Stadtrand wird erneut dauerhaft unterbrochen. Und wieder steckt ein Bauvorhaben der Deutsche Bahn AG dahinter. Nachdem die ja nun im Wort steht, den seit September 2023 geschlossenen Bahnübergang Eselspfad nördlich der Rheydter Straße ab Juli wieder zu öffnen, wird dieser nun vom kommenden Freitag, 11. April, an zwischen Jülicher Landstraße und der Jakob-Koch-Straße gesperrt. Und zwar bis Mittwoch, 24. Dezember. Frohe Weihnachten.
Grund für die Sperrung ist der notwendig gewordene und auf 4,5 Millionen Euro veranschlagte Ersatzbau für eine aus dem Jahr 1910 stammende Brücke an der Bahnstrecke Neuss-Holzheim. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Autobahndreiecks Neuss-West war zu Beginn des Jahrtausends eine neue Eisenbahnbrücke über die A 57 geschlagen worden. Und schon vor zehn Jahren gehört die Eisenbahnbrücke über die Jülicher Landstraße – in der Auffahrt zum Autobahndreieck Neuss-West – zu den sieben Brücken im Stadtgebiet, die damals nach Angaben des Bundes erneuert saniert werden müsste. Das steht noch immer aus, doch wird immerhin die „kleine“ Nachbarbrücke erneuert.
Die Vorarbeiten sind schon angelaufen. Beiderseits des Eselspfades wurde im Brückenbereich die Böschung frei gerodet, am Freitag waren Arbeiter vor Ort damit beschäftigt, die Tragfähigkeit des Bodens zu untersuchen und zu klären, ob sich darauf ein Kran aufstellen lässt. Ohne den wird es nicht gehen.
In einem ersten Schritt baut das Projektteam nach Angaben einer Bahnsprecherin bis Oktober 2025 die neue Stahlbetonbrücke seitlich des Bestandsbauwerks. Der Schienenverkehr kann also aufrecht erhalten werden. Ab Oktober starten die Hauptarbeiten im Projekt: Dann werden die bestehende Stahlbrücke sowie die Widerlager abgebrochen und die neue Brücke mit einem Gewicht von etwa 500 Tonnen in ihre finale Lage geschoben. Die Auswirkungen auf den Zugverkehr werden rechtzeitig vor Baustart über die bekannten Kanäle kommuniziert, teilt die Bahn mit. Zum Abschluss wird der Weg unterhalb der neuen Brücke wieder hergestellt.
All das macht es auch aus Sicherheitsgründen nötig, den „Eselspfad“ für alle Verkehrsteilnehmer zu sperren. Eine Umleitung über den Lövelinger Weg, der östlich der Bahnstrecke und hinter dem Baubetriebshof der Stadt verläuft, und dem Konrad-Adenauer-Ring eingerichtet und ausgeschildert. Die Firma Kampmann bleibt auch für Autos erreichbar. Sie hatte eine neue Zufahrt bekommen, als die Stadt im Jahr 2006 für den Eselspfad eine Unterführung unter der Jülicher Landstraße hindurch baute.