Wuppertal. "Das ist eine Katastrophe." Die Aussage von Matthias Haschke, dem neuen Geschäftsführer der Wuppertaler Marketing-Gesellschaft (WMG) zu den Ausschreitung des WSV in Düsseldorf bringt es auf den Punkt.
"Solche Ausschreitungen sind schädlich für das Image Wuppertals", sagt er und fügt an: "Die konterkarieren all unsere Bemühungen, Wuppertal im Land positiv darzustellen." Haschke sieht nicht nur den WSV, sondern auch die Fanclubs und andere am Sport interessierten Gruppen in der Pflicht, dies "abzustellen". "Das war der absolute Kontrast zum NRW-Tag", stellt er kategorisch fest.
Kein Wunder, wurden die Zustände beim Spiel gegen die Fortuna Düsseldorf doch nicht nur in NRW, sondern auch in ganz Deutschland im Fernsehen gezeigt. Bernd Bigge, Verwaltungsratsvorsitzender des WSV, war gestern ratlos: "Wie kann das denn sein, dass es trotz tausender Polizisten möglich ist, so viele bengalische Feuer in ein Stadion zu schmuggeln?"
Bigge schloss sich Haschke an: "Für unser Image ist das absolut schädlich." "Es gibt immer einige Chaoten", sagte der Geschäftsführer von Hako und sprach sich dagegen aus, sämtliche WSV-Fans nun in einen Topf zu werfen. "Wir waren auf einem guten Weg, das ist natürlich ein Rückschlag", sagte er mit Anspielung auf Fan- und Krisenberater beim WSV. Gestern Abend diskutierte auch der WSV-Verwaltungsrat über die Randale in Düsseldorf.
Marco Ginesi, pädagogischer Mitarbeiter des Fanprojekts Wuppertal, das Fankultur fördert und Gewaltprävention betreibt - Träger ist die GESA gGmbH - , sieht seine Arbeit durch die Vorfälle von Düsseldorf diskreditiert. "Wir sind zwei Sozialarbeiter und können nur mit den Fans, die wir kennen, sprechen", ordnet er seine Arbeit ein. Mit vielen habe er im Anschluss telefoniert. "Sie haben mir versichert, wir waren das nicht’", behauptet Ginesi.
Das würden hoffentlich auch die Videos der Polizei zeigen. "Das war ein Spiel, zu dem ganz andere Leute ins Stadion kommen, als zu normalen Heimspielen des WSV. Die sieht man sonst ein Jahr nicht", ordnet er die besondere Brisanz der Partie ein. Völlig unverständlich ist ihm, wie die Übeltäter, die bengalischen Feuer in Stadion schmuggeln konnten. "Ich bin auch von Kopf bis Fuß kontrolliert worden, obwohl ich einen DFB-Ausweis habe."
Oberbürgermeister Peter Jung war gestern entsetzt: "Für diese Leute kann man sich nur schämen. Wir können uns bei den Düsseldorfern nur entschuldigen." "Mit Sportbegeisterung hat das wenig tun", sagt auch Jung und konstatierte nüchtern: "Leider hat der WSV mit seinen Fans bundesweit einen sehr schlechten Ruf."