Eine BKA-Sprecherin machte aber deutlich, dass diese Zahlen nichts darüber aussagen, wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich verschwunden sind.
„Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen“, sagte die Sprecherin der Zeitung. Wenn die als vermisst Gemeldeten dann bei ihrer Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen. Häufig gebe es auch Mehrfachregistrierungen, wenn Jugendliche sich an einem anderen Ort wieder melden - weil sie keinen Pass mehr haben, ihre Personalien nicht feststehen oder der Name unterschiedlich geschrieben wird.
Die meisten Vermisstenfälle sind den Angaben zufolge harmlos und haben keinen kriminellen Hintergrund. Dem BKA lägen keine konkreten Erkenntnisse vor, dass ein Teil der Vermissten Kriminellen in die Hände gefallen sein könnte, sagte die Sprecherin. Der größte Teil der als vermisst Gemeldeten waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren (8046), der kleinere Teil waren Kinder unter 13 Jahren (867). Hinzu kamen 78 Personen über 18 Jahren.