„Trotzdem sollten Führungskräfte solche Konflikte auf keinen Fall aussitzen“, sagt Juliane Dreisbach, Psychologin und Coach in Freudenberg bei Köln. Bleiben Vorgesetzte passiv, werden betroffene Mitarbeiter im schlimmsten Fall auf lange Sicht krank und fallen aus. Außerdem leidet die Effizienz im Team, da Zerwürfnisse unter Kollegen manchmal die ganze Gruppe blockieren.
Wichtig ist, sich den streitenden Parteien nicht aufzudrängen. Der Vorgesetzte sollte eine Vermittlerrolle einnehmen und nicht selbst die Verantwortung für den Konflikt übernehmen. Die Lösung müssen die beteiligten Parteien finden. Er kann zum Beispiel anbieten: „Sie wirken auf mich, als ob es Schwierigkeiten gibt. Ich würde anbieten, mich mit Ihnen zusammenzusetzen.“
Nur, wenn die beteiligten Parteien zustimmen, kann es überhaupt zu einer Lösung kommen. Wichtig ist dann, beide Seiten zu hören. Gibt es Streit zum Beispiel um fachliche Kompetenzen, kann der Vorgesetzte eine Entscheidung treffen, und die Kollegen müssen sich daran halten. Bei zwischenmenschlichen Problemen bleibt nur, zwischen den beiden zu vermitteln und mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.