Als extrem unsportlich wurde kritisiert, dass bei der Siegerehrung die israelische Nationalhyme „Hatikva“ (Die Hoffnung) aus politischen Gründen nicht gespielt worden sei.
Israels Finanzminister Mosche Kachlon schrieb bei Twitter, es sei eine „Riesenschande“, dass nicht die Nationalhymne, sondern die Hymne des internationalen Judoverbands gespielt wurde. „Der israelische Judoka Tal Flicker hat beim Judo Abu Dhabi 2017 eine Goldmedaille gewonnen“, schrieb die israelische Botschaft in Washington auf Twitter. „Keine israelische Hymne oder Flagge. Eine Schande für den Sportsgeist.“
Die Israelis waren nach Angaben ihres Verbands angetreten, obwohl die Veranstalter ihnen verboten hätten, Landessymbole wie eine Flagge auf ihren Anzügen zu tragen. Die Delegation um die deutsche Olympiasiegerin und Frauen-Bundestrainerin Yvonne Bönisch hatte auch von Einreiseschwierigkeiten berichtet.
Der internationale Judo-Verband IJF wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Verbot äußern. Nach Angaben des israelischen Verbandes hatte Weltverbandspräsident Marius Vizer jedoch ein Dringlichkeitsschreiben an die Veranstalter geschickt und darin gefordert, alle Delegationen ohne Ausnahme gleich zu behandeln. Der Grand Slam in Abu Dhabi ist nach WM und EM einer der wichtigsten Judo-Wettkämpfe des Jahres.