. Die Stadt möchte ihre Bürgerservices smarter und digitaler anbieten – und setzt dabei auch auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Bis Mitte 2025 will das Dezernat Digitalisierung, Personal und Organisation hierzu eine KI-Strategie mit zahlreichen Maßnahmen und Anwendungsfeldern erarbeitet haben, wie und welche Dienstleistungen der Stadt dadurch optimiert werden können. Erste Maßnahmen wurden daraus bereits umgesetzt. So kommt bei digitalen Wohngeldanträgen mittlerweile Künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Dokumente auf Vollständigkeit zu prüfen sowie eingehende Dokumente automatische den Akten zuzuordnen und bei besonderen Fällen Hinweise für die Sachbearbeitung generieren. Das soll die Mitarbeiter entlasten und die Bearbeitung beschleunigen, so die Stadt.
Auch in anderen Bereichen ist KI inzwischen Teil der städtischen Belegschaft. In der Bücherei Eller kommt via eines Monitors der Avatar „Puxie“ zum Einsatz, der Fragen der Besucher außerhalb der Servicezeiten beantworten soll, wenn sich nur Wachpersonal in der Bücherei befindet. Das ermöglicht eine Öffnung der Bücherei auch an Sonntagen. Ab April soll nun auch das Steueramt um einen KI-Telefon-Bot erweitert, vorrangig werden damit aber erst einmal nur Gastronomie und Hotellerie in Kontakt kommen.
Sollten bei solchen Betrieben außerhalb der Servicezeiten Fragen zur Beherbergungssteuer auftauchen, können dieser per Telefon an die Software gestellt werden, die ähnlich einem Chatbot darauf antworten können soll. Das soll nicht nur Mitarbeiter entlasten, sondern darüber auch Auskünfte zu dem Thema rund um die Uhr erfragt werden können, was für diese Unternehmen besonders wichtig sei, so die Stadt. Das Verfahren wird – wie auch die anderen KI-Ergänzungen – als Pilotprojekt zunächst getestet.
Bei der Erarbeitung der KI-Strategie verfolgt die Stadt damit zwei Stoßrichtungen. Zum einen sollen die Dienstleistungen für die Bürger weiter optimiert werden, im Sinne einer bürgernahen und intelligenten Stadtverwaltung. Zum anderen soll KI dazu beitragen, Verwaltungsprozesse zu optimieren. Möglich machen soll das eine Gesamt-KI-Software, die übergreifend eingesetzt werden kann, aber von einer zentralen Steuerung und Datenmanagement abhängt. „Unser Interesse ist es nicht, mit 15 völlig unabhängigen und nicht Schnittstellen-gemachten KI-Chatbots zu arbeiten, nur um zu sagen, wir haben jetzt KI eingesetzt“, sagte Dezernent Olaf Wagner im Digitalisierungssauschuss. Das sei die Herausforderung angesichts der Größe der Verwaltung und der unterschiedlichen Aufgaben. Bis Mai 2025 soll die KI-Strategie stehen, währenddessen aber weitere KI-Implementierungen sukzessive getestet und eingesetzt werden. So schaltet sich beim Steueramt außerhalb der Servicezeiten bei Fragen zur Beherbergungssteuer nun ein KI-Telefon-Bot.