Rund 100 überwiegend Bewohner dieses Quartiers fanden sich an dem Stand ein, wo sie sich in eine Protestliste eintrugen, die der Wohnstätte vorgelegt wird. Eine Streifenwagenbesatzung schaute eine halbe Stunde lang mit Argusaugen zu, fuhr dann davon, als sie merkte, dass alles friedlich verlief.
Ein Marsch unmittelbar vor das Haus, in dem das Ehepaar H. ab 1. August eine 58 Quadratmeter große Wohnung beziehen wollte, wäre illegal gewesen. "Das wäre eine Demo, die hätte angemeldet werden müssen", so Wittig. Der Linner kündigt weitere Aktionen an, falls H. einzieht: "Der muss begreifen, dass wir den hier nicht wollen" Martina Iacono, Italienerin, Mutter eines Kleinkindes, wohnt direkt unter dem mutmaßlich künftigen Domizil des Ehepaares.
"Ich bin ziemlich sicher, dass sie nicht einziehen werden". Ihr kam das bisherige Verhalten der H.s und ihrer Helfer seltsam vor: "Alle Sachen wurden verdeckt oder in einen Teppich gerollt in die Wohnung getragen." Ihr Lebensgefährte wunderte sich über die verschiedenen Autos, mit denen Sozialhilfeempfänger H. unterwegs ist: "Mal ein roter Van, mal ein grüner Mercedes-Kombi neueren Baujahres." Mit in die Liste trug sich auch Aktionskünstler und Bäumepflanzer Caco ein. "Ich mag diese Siedlung hier", sagte er den Leuten.