(heko) Es ist ein Fest „nur für Frauen“, Männer sind lediglich als Arbeiter zugelassen. Seit mehreren Jahrzehnten stimmt die Theatergruppe der KFD-Hinsbeck mit ihrem „Frühlingsfest“ die Hinsbecker Frauen mit Musik, Sketchen und Geschichten auf die schönste Jahreszeit ein. In diesem Jahr saß auch unser Reporter Heinz Koch dazwischen und erzählt über seine Eindrücke.
Ein ganzer Saal voller Frauen, da fühlt man sich als einziges männliches Wesen schon etwas beengt. Die Stimmung bei den rund 160 Besucherinnen ist toll, auch dank einiger „Piccolöschen“, von denen an den beiden Tagen über 200 genossen wurden. Auch die Karnevalslieder und Schlager wurden lauthals mitgesungen. Dem Gefühl nach war es lauter als bei Pärchen – genau wie bei Männer-Kegelclubs „on Tour“. Und die Sketche wurden lauthals kommentiert, auch wenn manche leicht schlüpfrig waren. Unter Frauen versteht man sich wohl.
Den Auftakt machte die Kinder-Tanzgarde des VfL Hinsbeck, was Aufregung für so manche Mutter im Publikum brachte. Dem folgte der erste Sketch, ein 65-jähriger Landwirt im Heiratsbüro auf Brautsuche. Seine Angaben zur gesuchten Frau, wie „Arbeiten muss sie können“ und „sie muss zu meiner 88-jährigen Mutter“ passen, sowie die abschätzigen Erklärungen zu den ihm vorgestellten Partnerinnen, riefen laute Kommentare der Besucherinnen hervor. Und das Gelächter war groß, als er mit den Worten „Die kann arbeiten!“ die Putzfrau nahm. Der zweite Sketch, ein Sprachkurs für Kölsch, das man leicht mit englischen Begriffen erlernen könne, ließ alle mitmachen. Aus den Begriffen „you – ten – more – yen“ entstand das Kölsche „Joden Morjen“, oder aus den Begriffen „we – fair – fast – love – end“ wurde das Kölsche „Wieverfastelovent“.
Um doppeldeutiges Verstehen ging es beim nächsten Sketch. Zwei Frauen trafen sich auf einem Bahnhof, die eine ließ ihren Mann, die andere ihren Hund zuhause, was der Ersteren aber nicht klar war. Wenn die Hundebesitzerin Ruhe haben wollte, schickte sie ihn zur Nachbarin. „Die hat nämlich auch einen, dann spielen sie zu dritt“, da fiel ihrer Begleiterin das Kinn herunter. Etwas Besonderes war für beide die Freude bei ihrer Rückkehr. „Dann steht meiner vor mir und wedelt mit dem Schwanz“, strahlte die Hundebesitzerin. Da konnte ihr Gegenüber nicht mithalten. Das große Gelächter kann man sich vorstellen, wobei der ein oder andere Blick dann zu den wenigen Männern ging. Zum Abschluss des ersten Teils stellte sich Ute Stams (mit Kissen verstärkt) als „stärkste Tanzmaus der Welt“ vor, In einem achtminütigen Dialog zeigte sie die Probleme einer „überdimensionierten Balletteuse“.
Bei einem anderen Sketch wollte eine Frau ihre beiden Möpse, die sie mitgebracht hatte, versichern lassen. Der Vertreter hatte diese jedoch nicht gesehen und nur Augen für das große Dekollette der Dame. Da waren Missverständnisse vorprogrammiert. So wollte sie für die beiden eine Unfallversicherung abschließen, „die könnten ja auch mal unter die Räder kommen – bei dem Verkehr“. Auch wollte sie eine Krankenversicherung haben, „die beiden könnten ja auch einmal in einem fremden Revier tätig werden“. Ein köstlicher Klamauk, der das Zwergfell strapazierte.
Große Stimmung verbreiteten die Playback-Vorträge. Wie im vergangenen Jahr verkörperten Andrea Hansen und Brigitte Lennackers das Duo „Kaiser und Kelly“, diesmal mit dem Lied „Warum hast du nicht nein gesagt?“. Sie brachten mit ihrer Aufführung, „heiße Frau trifft kühlen Mann“ den Saal zum Kochen. Und zum Abschluss versammelten sich alle Aktiven, unter den Klängen eines passenden Schlagers, noch einmal auf der Bühne, begleitet vom großen Beifall des hochzufriedenen Publikums. Man muss konstatieren, dass diese Veranstaltung so manchen Karnevalsabend in den Schatten stellte.