Für den Ronsdorfer Bauelemente-Händler Reinhard Düring ist das zwischen der Lüttringhauser Straße und Kottsiepen gelegene Gelände nicht nur ein bisschen Wiese mit Teich und Wildwuchs. Auch viele Kindheitserinnerungen hängen daran, denn hier tollte er schon in jungen Jahren herum. Dies erklärt auch den liebevollen Namen „Schatzinsel“, unter dem das Areal aber auch in der Nachbarschaft bekannt ist. Das knapp zwei Hektar große Grundstück pachtete er vor 45 Jahren von den Kabelwerken Reinshagen. Seither wird das Areal von ihm bewirtschaftet, gepflegt und genutzt.
1995 ging das Grundstück in städtischen Besitz über und Düring schloss einen neuen Pachtvertrag ab. Ein Pachtentgeld enthielt dieser nicht, aber genau herausgearbeitete Auflagen zur Instandhaltung. Der Teich sollte zu einem Biotop umgewandelt werden, um Amphibien als Laichgewässer zu dienen. Er hielt auf dem Areal damals auch ein Pferd und Schafe, die Zahl wurde limitiert, um eine Überweidung zu vermeiden. Die Laufzeit des Vertrages wurde auf zehn Jahre mit anschließender jährlicher Kündigungsfrist festgelegt. Im Dezember 2024 kam es dann zu einem Polizeieinsatz, bei dem die Eigentümerfrage zu klären war und die Pachtfläche schien der Stadt in Erinnerung gerufen zu werden. Bald folgte ein Brief des Ressorts „Grünflächen und Forsten“. Darin wurde Reinhard Düring erklärt, dass es sich bei dem Pachtvertrag „um einen Leihvertrag“ handle. Hinzu sei dieser 2005 ausgelaufen. Damit wurde die „Herausgabe“ gefordert, unverzüglich oder spätestens bis Ende März 2025.
Weitere Gebrauchsüberlassung ausgeschlossen
Düring will die Sache geklärt wissen und sich nicht einfach wegscheuchen lassen. Seither führen Anwälte die Kommunikation. Ein entgegenkommendes Angebot von Düring war zunächst ein neuer Vertrag mit einem jährlichen Pachtendgeld, aber die Stadt sehe eine „längerfristige Fortsetzung der Gebrauchsüberlassung“ als ausgeschlossen an.
Der Schriftverkehr zwischen den Anwälten setzte sich fort und das einzige, was Düring angeboten wurde, nach 45 Jahren, war eine Fristverlängerung und dass man sogar von einer „Kostenforderung wegen verspäteter Rückgabe“ absehen würde. Düring erklärt, dass er eventuellen Baumaßnahmen nicht im Wege stehen wolle und fragt sich, ob die plötzliche Eile mit dem Bebauungsplan „An den Friedhöfen“ in Zusammenhang steht, der in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, wie auch Kritik. Dies würde wenigsten die gebotene Eile der Stadt erklären. Er habe ein Recht darauf zu erfahren, was aus dem Areal wird und es sei ihm die zu erwartenden Kosten auch wert. Der Weg von „Schatzi“ ist derzeit ein Streitpunkt und über den Verlauf wird die WZ berichten.