Natur und Umwelt Zwei tote Fische in der Wupper: Entwarnung nach erster Beunruhigung

Wuppertal · Im Fluss wurden tote Fische gesichtet – Wupperverband und Fischerei-Verein geben Entwarnung.

Die „Nase“, der Fisch des Jahres 2020, schwimmt auch in der Wupper. Vielerorts steht es um den Bestand nicht mehr gut.

Foto: Elmar Weber

Tote Fische, die an der Wasseroberfläche treiben, sind kein schöner Anblick – schnell werden Verschmutzungen des Gewässers oder gar toxische Substanzen vermutet.

Zwei tote Exemplare, die am vergangenen Donnerstag in der Wupper trieben, beunruhigten einige vorbeigehende Passanten am Bismarcksteg. Helmut Wuttke, Vorsitzender des Bergischen Fischerei-Vereins, bestätigt, dass es sich dabei um zwei Nasen gehandelt habe, die zur Familie der Karpfenfische gehören.

Die Feuerwehr meldete die Funde Ende vergangener Woche dem Wupperverband – kurz darauf folgte bereits die Entwarnung. Fachleute des Wupperverbandes und des Umweltalarms fanden keine weiteren verendeten Fische. „Die Fischleichen wurden inmitten zahlreicher lebender Fische gesichtet. Allein diese Beobachtung spricht schon dafür, dass sich im Wasser keine toxischen oder anderen gefährlichen Substanzen befinden“, erklärt Sebastian Arns vom Wupperverband. Zudem werde der chemisch-physikalische Zustand des Gewässers regelmäßig überprüft und bei Auffälligkeiten gehandelt. Der Zustand der Wupper werde, im Gegenteil, immer besser. „Dass neben anderen Fischarten sogar wieder Lachse in der Wupper schwimmen, ist ein Erfolg und ein Zeichen dafür, dass die Wasserqualität immer besser wird“, sagt er. Auch Falk Höffken, Teamleiter der Unteren Wasserbehörde, bestätigt: „Tatsächlich wurden nur diese zwei toten Fische gefunden. Hätten wir mehr gesichtet, hätten wir sie aus dem Wasser geholt, Proben entnommen und untersucht.“ Die Situation würde aber natürlich trotzdem im Auge behalten werden.

Bei vermehrten Funden werden
Nachforschungen angestellt

Helmut Wuttke, der gerade in solchen Fällen in engem Kontakt mit der Unteren Wasserbehörde steht, erklärt: „Die Nasen haben gerade Laichzeit. Die Tiere sind gestresst, durch den Prozess körperlich geschafft. Es gehört zum natürlichen Lebenszyklus dazu, dass einige Tiere daraufhin verenden.“ Gerade im Stadtgebiet und zu dieser Jahreszeit könne es dadurch häufiger passieren, dass Passanten vereinzelt tote Fische in der Wupper sichten. Bei vermehrtem Aufkommen von toten Fischen oder gar einem Massensterben würden natürlich sofort weitere Nachforschungen angestellt werden – vereinzelte tote Tiere seien aber kein Grund zur Beunruhigung, sondern im Gegenteil einfach der Lauf des Lebens. Auch der Wasserstand der Wupper sei für diese Jahreszeit völlig normal und stelle keine Ursache für derartige Vorfälle dar. Wuttke findet es schön, dass die Menschen in Bezug auf das Thema aufmerksam sind: „Es ist gut, dass die Leute uns Bescheid sagen, wenn sie Auffälligkeiten in der Wupper bemerken. So können wir schnell jemanden zum Ort des Geschehens schicken, der Untersuchungen anstellt.“ Vorfälle wie diese würden so nicht übersehen werden.

Zuletzt hätten sich auch einige besorgte Wuppertaler gemeldet, die vereinzelt eine Schaumbildung in der Wupper beobachtet hätten. Auch hier kann Wuttke entwarnen: „Es hat in letzter Zeit sehr wenig geregnet und zugleich haben sich viele Algen im Wasser gebildet. Den Tieren, die die Pflanzen normalerweise abweiden, ist es aber noch zu kalt. Dadurch kam es teilweise zu Schaumbildung auf dem Wasser.“ Bei wärmeren Temperaturen werde der Schaum aber verschwinden.