Dabei zweifeln selbst Barrosos Unterstützer seine Fähigkeiten an.
Die Schwäche des Portugiesen gilt als seine größte Stärke: Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die Barroso im Juni für die Zeit bis 2014 nominierten, sehen die Machtfülle des Kommissionschefs mit Misstrauen. Die mächtige EU-Behörde verhängt Millionenstrafen gegen Konzernriesen wie Microsoft und kann, wie im Fall der Karstadt-Mutter Arcandor, das Aus einer Traditionsfirma besiegeln.
Barrosos Anpassungsfähigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch seine Biographie. Heute Mitglied der liberal-konservativen Partido Social Democrata (PSD) Portugals, engagierte sich Barroso in seiner Jugend bei der marxistisch-leninistischen Studentenvereinigung. Auf leidenschaftliche Unterstützung darf der Portugiese nicht hoffen. "Niemand mag ihn wirklich", sagt ein Diplomat. "Aber er ist unvermeidlich."