Schon die letzte große Koalition zwischen 2005 und 2009 hat die Partei-Basis als Verrat an den sozialdemokratischen Überzeugungen empfunden. Jetzt ist ihre Befürchtung groß, dass sich dies wiederholt. Über einen Koalitionsvertrag hat noch keine Partei ihre Mitglieder abstimmen lassen. Gerade das ist Gabriels Trumpf im Spiel.
Sollten die SPD-Mitglieder am Ende für eine Regierung mit der Union votieren, wären die Koalitionsverhandlungen allerdings nicht nur ein Mittel erfolgreicher Selbsttherapie gewesen. Schwarz-Rot hätte dann auch eine ganz besondere Legitimation. Geht das Votum schief, bricht in der SPD das Chaos aus. Und Gabriel hätte sein Blatt überreizt.