Wahrscheinlich wird sich jedoch zügig nach der Richtungswahl in Nordrhein-Westfalen zeigen, wie jenes "Rechenmodell" im Handumdrehen zur realpolitischen Planungsgröße mutiert. Aber vor der Wahl wirft die Bundesregierung lieber Nebelkerzen, denn sie weiß: Weite Teile der Bevölkerung fänden es bedrückend, wenn alte Reaktoren erst nach 2050 vom Netz gingen.
Verständlich, dass der christdemokratische Wahlkämpfer Jürgen Rüttgers in den vergangenen Wochen grundsätzlich Röttgens Vorstoß unterstützte, erneuerbaren Energien den Vorrang einzuräumen. Nun aber vollzieht ausgerechnet der Bundesumweltminister in der Energiepolitik eine 180-Grad-Wende - offenbar war der Druck der Atom-Lobby auf die Bundesregierung übermächtig geworden.