Auf den zweiten Blick macht der erkennbare Wille zur Verständigung aber viel Sinn — und das aus zwei Gründen. Die Binnendifferenzen christlicher Konfessionen sind in einer zunehmend kirchenentfremdeten Gesellschaft immer schwerer zu vermitteln. Wer weniger gehört wird, tut gut daran, die verbleibende Aufmerksamkeit nicht unnötig an interne Konflikte zu verschleudern.
Und weil sich evangelische wie katholische Kirche trotz derzeit hoher Einnahmen auf Dauer finanziell, personell und räumlich verkleinern werden, wäre bessere Koordination auch auf diesem Weg hilfreich. Folgen den bundes- und landesweiten Signalen entsprechende Taten, könnte dem Reformationsfest so ein ökumenischer Frühling blühen.