Dürfen Eltern bei der Schulwahl ihres Kindes selbst entscheiden und sich damit über Empfehlungen der Lehrer und Noten hinwegsetzen, verstärkt das die soziale Ungleichheit. In denjenigen Bundesländern, in denen der Elternwille Vorrang hat, wechseln Kinder aus bessergestellten Familien auch ohne entsprechende Lehrerempfehlung häufiger auf das Gymnasium als Kinder aus sozial niedrigeren Familien.
Ein Grund dafür sei, dass Eltern aus sozial privilegierten Schichten häufiger einen hohen Bildungsabschluss für ihr Kind anstreben als Eltern aus niedrigen Schichten. Insgesamt haben Kinder aus gut situierten Familien eine bis zu fünfmal höhere Chance, das Gymnasium zu besuchen, als Arbeiterkinder. Die Freigabe des Elternwillens verstärke diesen Effekt noch.