Arbeitsmarkt Arbeitsagentur betont Bedeutung der Frauen für Arbeitsmarkt

Düsseldorf · Frauen stehen längst alle Berufe offen. Dennoch gibt es weiterhin Branchen, in denen Männer nur selten zu sehen sind. Umgekehrt auch. Auch sonst gibt es Unterschiede, etwa bei der Vollzeit-Quote.

45,8 Prozent aller Beschäftigten in NRW sind Frauen. (Symbolbild)

Foto: Wolfram Kastl/dpa

Die nordrhein-westfälische Arbeitsagentur hat die Bedeutung von Frauen für den Arbeitsmarkt hervorgehoben. Mittlerweile seien 45,8 Prozent aller Beschäftigten in NRW Frauen, erklärte NRW-Arbeitsagentur-Chef Roland Schüßler mit Blick auf den Internationalen Frauentag am 8. März. „Ohne die steigende weibliche Erwerbsbeteiligung wäre der deutliche Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in NRW in den vergangenen 15 Jahren nicht möglich gewesen.“

Unter den Frauen im erwerbsfähigen Alter waren nach jüngsten Daten (Dezember 2023) 56,1 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Erstmals überschritten wurde die 50-Prozent-Marke 2016. Damit arbeiten also erst seit rund neun Jahren mehr als die Hälfte aller Frauen in NRW sozialversicherungspflichtig“, betonte die Arbeitsagentur. Die übrigen Frauen seien in Minijobs beschäftigt, verbeamtet, selbstständig tätig oder würden nicht arbeiten. Bei den Männern lag die entsprechende Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zuletzt bei 64,9 Prozent.

Blickt man auf die Vollzeitbeschäftigung, sind die Geschlechterunterschiede deutlich größer. Während 86,6 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen 50,6 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit in NRW ist im Februar nur leicht gestiegen. (Archivbild)

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Frauenanteil in Kindergärten liegt bei 93 Prozent

Frauen arbeiten laut Arbeitsagentur am häufigsten im Gesundheitswesen (14,6 Prozent aller berufstätigen Frauen), im Einzelhandel (10,0 Prozent) oder in der Erziehung (6,5 Prozent). In manchen Branchen ist der Anteil sehr hoch: So sind in Kindergärten 92,8 Prozent des Personals weiblich, in Arzt- und Zahnarztpraxen 92,0 Prozent. Auch Pflegeheime (79,4 Prozent) und Krankenhäuser (74,4 Prozent) wären ohne erwerbstätige Frauen nicht betriebsfähig, stellte die Arbeitsagentur fest.

In den sogenannten MINT-Berufen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik seien Frauen dagegen stark unterrepräsentiert. Mit rund 250.000 Frauen seien immer noch nur 15,9 Prozent der insgesamt knapp 1,6 Millionen MINT-Beschäftigten weiblich, beklagte die Arbeitsagentur. Die MINT-Berufe seien Schlüsselbereiche für die zukünftige Entwicklung der Volkswirtschaft, betonte Schüßler. „Deshalb bieten sie gute Möglichkeiten für die individuelle berufliche Entwicklung - eben gerade auch für Frauen.“

Arbeitslosenquote in NRW liegt im Februar bei 7,9 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen stieg im Februar im Vergleich zum Januar um gut 600 auf knapp 788.500 Menschen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 7,9 Prozent auf dem Niveau des Vormonats, wie die Regionaldirektion weiter mitteilte. Vor einem Jahr lag die Quote bei 7,6 Prozent. Die Agentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 12. Februar vorlag. „Der geringfügige Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar ist absolut saisontypisch“, erklärte Schüßler. Im Februar hätten sich insbesondere junge Menschen nach dem Abschluss ihrer zwei- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen für eine Übergangszeit arbeitslos gemeldet.

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(dpa)