Angebot der Diakonie Düsseldorf Diakonie eröffnet Stadtteiltreff in Hellerhof

Düsseldorf · Anfang Mai geht es an der Rudolf-Breitscheid-Straße 26 in Hellerhof los. Sozialpädagogin Nadja Kalipé leitet die Einrichtung. Da sie nur eine halbe Stelle hat, werden Ehrenamtliche gesucht.

Einrichtungsleiterin Nadja Kalipé freut sich, dass der hintere Zugang zum neuen Stadtteiltreff von der Wogedo barrierearm umgebaut wurde.

Foto: Anne Orthen

Alles neu macht der Mai, sagt ein Sprichwort. Und für Hellerhof stimmt das auch: Denn Anfang kommenden Monats eröffnet die Diakonie im südlichsten Zipfel Düsseldorfs den Stadtteiltreff Hellerhof. Noch sind die Räumlichkeiten im Souterrain an der Rudolf-Breitscheid-Straße 26 nicht ganz fertig, ein wenig Farbe muss noch an die Wände und es fehlt auch noch die Möblierung. Doch Nadja Kalipé, die die Einrichtung mit einer halben Stelle leiten wird, ist zuversichtlich, dass alles schnell fertig wird. In den nächsten Tagen kommen noch mal die Mitglieder der Handwerkergruppe aus dem Zentrum plus in Benrath vorbei, um mit anzupacken.

Das Wichtigste ist aber schon fertiggestellt: Das Wohnungsunternehmen Wogedo, dem die 120 Wohnungen in der Mehrfamilienhaussiedlung rund um die Rudolf-Breitscheid-Straße gehören, hat nämlich auf der Rückseite der Räumlichkeiten einen barrierearmen Zugang gebaut. Nun müssen die Besucher künftig nur noch drei sehr breit angelegte Treppenstufen nehmen. Am Vordereingang sind es nämlich zwei Treppen. „Wir hatten uns die Räume schon vor gut zwei Jahren angeschaut“, sagt Margit Risthaus, die bei der Diakonie unter anderem für die Quartiersprojekte zuständig ist, „und wegen der fehlenden barrierearmen Zuwegung von einer möglichen Anmietung zunächst Abstand genommen.“

Hellerhof gilt als
überalterter Stadtteil

Denn dass Hellerhof eine Anlaufstelle bekommen soll, stand für die Diakonie schon seit Längerem fest. Der Bedarf ist da, überaltert doch der Stadtteil, der in den 1970er-Jahren erst entstand. Damals zogen dort viele junge Familien ein; die Kinder sind längst erwachsen und weggezogen (oder kehren gerade wieder zurück), die alten Eltern sind in den Häusern geblieben. Anlaufstelle für alle Menschen über 55 war bislang das Zentrum plus der Diakonie in Garath. Dort ist auch der Stadtteiltreff angedockt. Wem der Weg zur Fritz-Erler-Straße zu weit war, hatte nur wenig Angebote.

Weil im Garather Zentrum plus deswegen immer wieder nach einem eigenen Angebot für einen Begegnungs- und Vernetzungsort sowie eine Anlaufstelle für Hellerhof nachgefragt wurde, begann die Diakonie mit der Planung und der Suche nach Geldgebern. Die fand man auch hier wieder beim Deutschen Hilfswerk. Doch das fordert im Gegenzug für eine finanzielle Unterstützung eine umfassende Grundlagenforschung ein: Welche Zielgruppen und welche Bedarfe gibt es. Dafür wurde dann 2023 eine Projektentwicklungsphase vorangestellt, in der die Bedarfe der Hellerhofer angefragt wurden. Im Fokus des Quartiersprojektes sollten die Menschen stehen, die sich an der Schwelle zwischen Beruf und Ruhestand befinden. Denn genau das sind die Personen, die für sich überlegen, wie und wo sie sich zukünftig engagieren wollen.

Und das sollen in einigen Wochen so viele Hellerhofer wie möglich an der Rudolf-Breitscheid-Straße tun. Wer also ein eigenes Mitmachprogramm anbieten will, ist bei Nadja Kalipé genauso gerne gesehen wie die private Kartenspielrunde, die sich regelmäßig zum Skat-Nachmittag treffen will. Auch der Hellerhofer Bürgerverein könnte dort bald seine Sitzungen abhalten oder auch eigene Veranstaltungen durchführen.

Auch jetzt schon werden helfende Hände gesucht, etwa beim Abschleifen der eingebauten Holzschränke. Jeder ist gerne gesehen. Sozialpädagogin Nadja Kalipé plant, unter der Woche von 9 bis mittags vor Ort zu sein, mehr gibt ihr 20-Stunden-Vertrag nicht her. Um längere Öffnungszeiten zu ermöglichen, braucht es auch hier Ehrenamtliche. Sie hat sich überlegt, dass es schön wäre, wenn sich auch in Hellerhof eine Gruppe findet, die ein Repair-Café anbietet, und auch Beratung und Vorträge beispielsweise zu den Themen ambulante Pflege soll es geben. Da kann die 36-Jährige auf das personelle Know-how der Diakonie zurückgreifen.

Für zwei Jahre gibt es für das Projekt eine Finanzspritze des Deutschen Hilfswerkes. Doch Margit Risthaus ist zuversichtlich, dass der Stadtteiltreff Hellerhof auch darüber hinaus bestehen bleibt. Aber das ist natürlich auch eine Frage, wie die Hellerhofer ihre neue Anlaufstelle annehmen und sie nutzen.

(rö hal )