Für andere da sein in Mettmann 50 Jahre Gespräche am Bett des Patienten

Mettmann · Hilfsbedürftigen Menschen während des Krankenhausaufenthaltes etwas Gutes tun – das ist seit nun 50 Jahren die Aufgabe der „Grünen Damen und Herren“ im EVK Mettmann. Was ihr Ehrenamt so besonders macht.

Reinhard Fluß, Helga Wittig und Elke Grothe-Kühn von den Grünen Damen und Herren des Evangelischen Krankenhauses.

Foto: EVK

(albo) 50 Jahre ist es nun her, als Elfriede Hammel die Gruppe der Krankenhaushilfe Mettmann zusammen mit 13 Frauen gründete. Bis heute haben die Grünen Damen und Herren der Evangelischen Kranken- und Altenhilfe im Evangelischen Krankenhaus (EVK) rund 200 000 Stunden Zeit für Menschen aufgebracht, denen es häufig nicht gut geht, die ein offenes Ohr, etwas Gesellschaft oder Hilfe bei kleineren Besorgungen benötigen – und das alles ehrenamtlich. Ein wertvoller Dienst – nicht nur für die Patienten im Krankenhaus, sondern auch für die Gäste in der Kurzzeitpflege.

Ein halbes Jahrhundert später engagiert sich ein Team aus ebenfalls 14 Menschen im Team der Grünen Damen und Herren. Die Ehrenamtler zwischen 24 und 82 Jahren verbindet damals wie heute ein Ziel: Hilfsbedürftigen Menschen während des Krankenhausaufenthaltes oder der Betreuung in der Kurzzeitpflege etwas Gutes tun.

Eine der Ehrenamtlerinnen ist Elke Grothe-Kühn. Sie hat sich 2023 für die wichtige Aufgabe am Krankenhaus entschieden und leitet zudem seit 2022 als Bundesvorsitzende die Evangelische Kranken- und Altenhilfe. „Der Mensch lebt von sozialen Kontakten“, sagt Grothe-Kühn. Sie erlebe in ihren Diensten im Krankenhaus, dass viele Patienten – vor allem im steigenden Alter – einsam sind, weil die Familie nicht mehr in der Nähe wohnt, weil sie niemandem zur Last fallen wollen oder einfach niemand da ist. Gerade dann erleben die Grünen Damen und Herren während ihrer Besuche, wie sehr sich diese Patienten über ein offenes Ohr freuen, wie entlastend es sein kann, sich Kummer von der Seele zu reden.

Reinhard Fluß, seit 2006 im Besuchsdienst aktiv, hat sich schon während seines Berufslebens ehrenamtlich engagiert. Auch wenn nicht jeder Patient Hilfe wünsche, schaue er zusammen mit seinen Mitstreitern trotzdem auf den Zimmern vorbei. Und manchmal entstehe doch ein Gespräch. „Der ein oder andere wünscht sich auch mal ein paar Kekse oder eine Zeitschrift, andere sind als Notfall eingeliefert worden und haben keine Wechselkleidung oder Zahnbürste. Das sind Dinge, die wir relativ schnell lösen können“, sagt Fluß. Er engagiert sich gern für die Menschen, die Hilfe benötigen; gerade in Zeiten, in denen Ärzten und Pflegekräften die Zeit am Patientenbett aufgrund starker Arbeitsverdichtung fehlt. „Mir ist es auch möglich, mit einem demenziell erkrankten Menschen eine Runde im Rollstuhl durch das Haus zu fahren. In dieser Zeit hat die Pflegekraft dann auch ein bisschen Entlastung“, erklärt er.

Die Ehrenamtlichen sind sich einig, dass dieses Engagement im EVK Mettmann nicht nur Arbeit ist, sondern auch eine wohltuende Aufgabe, für die sie viel Dankbarkeit und Wertschätzung erfahren. Trotzdem wünschen sich die Grünen Damen und Herren, dass das Team noch etwas größer wird, damit noch mehr Gäste in der Kurzzeitpflege und noch mehr Patienten im Krankenhaus Zeit geschenkt bekommen. Aus diesem Grund ist Nachwuchs gerne willkommen. Wer sich für ein Ehrenamt bei den Grünen Damen und Herren interessiert, kann sich jederzeit im EVK Mettmann unter Telefon 02104 773297 melden. Damit auch in den kommenden 50 Jahren die wichtige Arbeit der Ehrenamtler weitergehen kann.