Blutspenden kann Leben retten und hilft vielen Menschen mit schweren Erkrankungen nach Operationen oder nach Verkehrsunfällen. Deshalb geben einige Spender mehrfach im Jahr einen halben Liter ihres Blutes ab. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bedankte sich nun bei Spendern, die zwischen 50 und 125 Blutspenden geleistet haben. Insgesamt 13 Spender erreichten diesen Meilenstein.
Erste Blutspende nach
der Vorlesung abgegeben
„Ich habe das erste Mal während meines Studiums Blut gespendet. Da sind wir einfach nach der Vorlesung hingegangen“, erinnert sich Wolfgang Hans-Jürgen Skade, der bereits 125 Blutspenden gemacht hat. Mit der Spende verbinden alle Geehrten positive Erinnerungen: Man treffe Bekannte und anschließend gebe es etwas Leckeres zu essen – zum Beispiel Currywurst oder Gemüsesuppe. Traditionell gibt es auch eine Tafel Schokolade dazu. Ein Spender hat ein besonderes Ritual vor der Blutabgabe etabliert: Er isst vorher immer eine Pizza. Es sei wichtig, viel gegessen und getrunken zu haben, damit der Kreislauf bei der Abnahme stabil bleibt.
Damit das Blut fließen kann, muss zunächst die Nadel eingeführt werden. Probleme beim Finden einer Vene hatten die Männer und Frauen des DRK bei kaum jemanden. Uwe Voß, der sich bereits 100-Mal in den Arm piksen hat lassen, meint: „Meine Venen sind eher versteckt und ich habe da noch nie Probleme gehabt. Das sind alles sehr erfahrene Leute.“
Wie wichtig die Blutspende ist, weiß Norbert Danscheidt, Vorsitzender des DRK Ortsvereins Mettmann. „In Deutschland werden jeden Tag 18000 Blutkonserven à 0,5 Liter gebraucht. 75 Prozent der Spenden wird von regelmäßigen Spendern wie Ihnen geleistet.“ Er erklärt, dass durch den medizinischen Fortschritt mehr Krankheiten mit Blutspenden therapiert werden können. So führen manche Medikamente dazu, dass das Blut sich zersetzt. Das werde durch Spenden ausgeglichen.
Umso wichtiger sind Menschen, die regelmäßig ihr Blut abgeben. Aus diesem Grund werden die erfahrenen Unterstützer mit einer Urkunde, einem Gutschein, etwas Wegzehrung und einer Ehrennadel belohnt. Die goldene Nadel besteht aus dem Kreuz des DRK, das mit einem Kranz umrundet ist. In der Mitte ist ein Rubin, der mit Steinen verziert ist. Wie viele Steine den Edelstein umgeben hängt davon ab, wie oft man schon gespendet hat. Darunter steht die Anzahl der Einsätze.
Männer dürfen häufiger
spenden als Frauen
An diesem Tag werden nur Männer geehrt. „Das ist total ungewöhnlich. Normalerweise sind immer ein paar Frauen dabei. Bei der Blutabnahme kommen etwa gleich viele Männer und Frauen“, erzählt Norbert Danscheidt. Oft erreichen Frauen aber nicht so eine hohe Spendenanzahl, da sie – im Gegensatz zu Männern – nur vier Mal im Jahr, statt sechs Mal im Jahr spenden dürfen. Außerdem dürfen Frauen auch während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht spenden.
Wer viel spendet, hat auch einiges zu erzählen. Rolf Bennemann, der sein 100. Jubiläum feiert, erinnert sich an einen kühlen Herbsttag: „Ich bin mit dem Fahrrad zur Blutspende gefahren und als ich angekommen bin, wurde wie immer die Temperatur gemessen. Doch meine Temperatur war 0,1 Grad zu niedrig. Wir mussten zehn Mal messen, bis die Temperatur richtig war.“ Er hatte sogar heiße Suppe gegessen, um den richtigen Wert zu erreichen. Auch erinnert sich Bennemann an den 15. Februar 1992: „An diesem Tag war so ein Schneechaos in Mettmann, dass kaum jemand zur Blutspende gegangen ist. Ich bin durch halb Mettmann im Schnee gestapft, um meinen Stempel zu bekommen.“ Denn früher gab es Stempelhefte, in welchen eingetragen wurde, wann man wo Blut gespendet hat. Skade hat schon einige Stempel gesammelt: „Ich habe Stempel aus Düsseldorf, Hannover und weiteren Städten. Ich hätte gerne einen von Borkum gehabt. Aber immer, wenn ich da war, hatte ich gerade erst Blut gespendet.“ Während damals noch fleißig alles analog festgehalten wurde, ist heutzutage die Aufzeichnung, wann und wie oft man Blut gespendet hat, größtenteils digitalisiert. Dazu kann man in der DRK-App einsehen, wann man das nächste Mal Blut spenden darf und wie man sich auszuweisen hat.
Ehrenamtlich Tätige unterstützen medizinisches Personal
Damit sich sowohl erfahrene Spender als auch Blutspende-Neulingen gut aufgehoben fühlen, unterstützen Gudrun Danscheindt, Klaudia Guse und Sibylle Rau das DRK. „Wir nehmen die Menschen in Empfang, erfassen ihre Daten oder nehmen neue Spender auf. Und wir kümmern uns um die Verpflegung. Wir suchen dringend weitere Ehrenamtliche, die diese gemeinnützige Aktion unterstützen“, sagt Gudrun Danscheidt. Die Ehrenamtler unterstützen einmal im Monat für zweieinhalb Stunden das medizinische Personal. Und Unterstützung könne es nicht genug geben. Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich zu engagieren, soll sich beim DRK melden.