Anklage gegen Cannabis-Züchter

Fünf Männer sollen in einer Fabrikhalle eine Hanf-Aufzucht betrieben haben.

Düsseldorf. Die Beamten der Polizei trauten ihren Augen nicht, als sie im Februar eine Fabrikhalle an der Fichtenstraße in Flingern betraten. Der Raum entpuppte sich als riesige Cannabisplantage. Auf 600 Quadratmetern war vom Setzling bis zur erntereifen Hanf-Pflanze alles vertreten.

Fünf Männer zwischen 33 und 47 Jahren sollen dort einen schwunghaften Rauschgifthandel betrieben haben. Alle zwei Monate hätten sie rund 20 Kilogramm geerntet, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Das Haschisch und Marihuana hätten sie anschließend an verschiedene Abnehmer verkauft. Angeblich hatte die professionell angelegte Cannabis-Farm rund 120 000 Euro im Jahr abgeworfen. Seit gestern müssen sich die Angeklagten vor der Drogenkammer des Landgerichts verantworten.

Eine zweite Plantage sollen sie in einer nahegelegenen 80-Quadratmeter-Wohnung an der Posener Straße eingerichtet haben. Entstanden sein sollen die Anlagen bereits im Januar 2005. Insgesamt hätten die Männer also mehr als 720 Kilogramm abgeerntet. Kopf der Bande soll ein 47-Jähriger sein. Er wohnte im Haus an der Posener Straße, eine Etage unter der Plantage. Als die Beamten die Wohnung betraten, waren die Pflanzen vollkommen abgeerntet.

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Ein anonymer Hinweis hatte die Ermittler damals zu der Fabrikhalle und der Wohnung geführt. Zwei so genannte Erntehelfer, die nun wegen Beihilfe angeklagt sind, waren damals auf frischer Tat ertappt worden, wie sie die Blüten der rund 800 Pflanzen pflückten.

Sie packten sofort aus und nannten die Namen ihrer Komplizen. Die beiden sollen erst Anfang 2007 in das Rauschgiftgeschäft eingestiegen sein. Sie sollen für ihre Arbeit mit 13 Euro pro Stunde entlohnt worden sein. Laut Anklage haben sie in erster Linie weisungsgebundene Tätigkeiten ausgeführt.

Die mutmaßlichen Betreiber der Plantagen haben zu den Vorwürfen bislang keine Angaben gemacht. Die Ankläger hoffen, dass sie ihr Schweigen während der Verhandlung noch brechen. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 26. September verkündet werden. Bei einer Verurteilung drohen ihnen mehrere Jahre Haft.