Kirche in Haan Neues bei den Zehn-Minuten-Andachten

<irwordspace style="word-spacing -006328125em;"><irglyphscale style="font-stretch 97%;">Haan</irglyphscale></irwordspace> · Kraftquelle, Bereicherung, Kontakt zu Gott – so beschreiben die Aktiven die Kurzandachten am Mittwoch in Haan für sich selbst und die stets rund 30 Zuhörer. Es gibt neue Mitwirkende und mehr Musik.

Das sind die Laien und Hauptamtlichen, die sich engagiert um die Kurzandachten mittwochs in Haan kümmern.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Ein Impuls soll es sein, ein Kraft-Tanken und Zur-Ruhe-Kommen im Alltag – und vor allem auch ein niederschwelliges Angebot für jeden. Zehn Minuten dauern die Andachten in der evangelischen Kirche jeden Mittwoch, gestaltet werden sie von hauptamtlich für die Kirche tätigen Menschen und von Laien. „Seit 33 Jahren gibt es dieses Angebot jetzt in Haan“, erklärt Gabriele Gummel, Pfarrerin im Ruhestand, die zum Andachts-Team gehört, „und es bedarf immer wieder der Neu- und Weiterentwicklung.“

Die neuesten Entwicklungen, unter denen auch der ökumenische Aspekt ein besonders wichtiger ist, stellten sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in großer Runde vor. Sind es doch heute neun Laien und Hauptamtliche im Team, die fast alle zur Pressekonferenz in das Haus an der Kirche gekommen waren. So gibt es nun – neben Pfarrer Christian Dörr – zwei weitere Männer im Team, Frank Weber und Detlef Tappen.

Frank Weber, der erst vor wenigen Wochen aus seinem Amt als sehr engagierter Superintendent ausgeschieden ist, freut sich, nun auch im Ruhestand unter anderem diese sinnstiftende Aufgabe und Struktur gefunden zu haben, berichtet er. Auch Detlef Tappen, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand katholischer Seelsorger, sagte gern zu, als er gefragt wurde, ob er nicht die Mittwochs-Andachten halten wolle. Ihm ist zudem der Aspekt wichtig, dass Kirche dorthin gehen sollte, wo sich Menschen treffen – so könne sie beispielsweise an Markttagen im Ort präsent sein. „Der Gedanke, dass die Kirche erwartet, dass die Menschen samstags oder sonntags immer zu ihr kommen, kann und sollte auch einmal umgekehrt gedacht werden“, beschreibt er seine Idee, die auch Pläne für weitere Kooperationen mit Veranstaltern im Ort beinhaltet.

Neu ist zudem, dass das Thema Musik in den Andachten breiter aufgestellt wird. „Da gibt es heutzutage mit Anbietern wie Spotify und Bluetooth-Verbindungen ja unzählige Möglichkeiten“, erklärt Detlef Tappen. Aber auch die Verwendung von CDs sei natürlich weiterhin möglich. Rund 20 bis 30 Personen kommen an jedem Mittwoch zur Andacht in die evangelische Kirche, vor der Corona-Zeit waren es sogar immer um die 60, berichtet Marliese Veitenhansl, eine der Aktiven.

Praxisnahe Themen als
Bestandteil der Andachten

Noch bis vor kurzem wurde, ein Überbleibsel aus dieser Zeit, jede Andacht bei YouTube hochgeladen, „dies war allerdings immer sehr aufwendig, dann musste die Andacht sonntags schon fertig sein, auch gab es immer Fragen, ob die Musikbeiträge frei verwendet werden dürfen oder nicht“, berichtet Gabriele Gummel.

Die Andachten wieder beziehungsweise neu bekannt zu machen, das haben sie und die weiteren Haupt- und Ehrenamtlichen sich auf die Fahne geschrieben. Auch sind neue Gesichter gern gesehen, die sich das Halten von Andachten vorstellen können. Die Andachten haben stets ein Oberthema, etwa „Hoffnung“ oder „Glück“, manchmal auch „Grau“ mit all seinen Facetten, ja sogar „Putzen und Kochen“. Jede der engagierten Frauen, die an diesem Vormittag rund um den Tisch im ersten Stock des Hauses an der Kirche sitzen, berichtet mit leuchtenden Augen, wie sie die Themen für ihre Andachten findet, wie sie die Andachten vorbereitet und wie gern sie dies tut: Marliese Veitenhansl, die bereits seit 1992 im Team dabei ist, Gudrun Biester, seit 2011 an Bord, Sabine Fuchs, die in einer hektischen Zeit mit einem anspruchsvollen Beruf und Kindern früher selbst Ruhe und neue Kraft in den Andachten fand, „ich habe das immer als Bereicherung empfunden und möchte heute selbst etwas weitergeben.“ Zu sich finden und den Kontakt zu Gott halten seien ebenfalls wichtige Aspekte für sie. Renate Ober und Ulla Stegmaier, die unter anderem ganz praxisnah das Thema Haushalt in einer ihrer Andachten aufgriff – sie alle erzählen voller Freude von ihrem Tun und auch von den positiven Reaktionen, die sie nach ihren Andachten erleben. Zudem schweißen die Andachten auch innerhalb der Gemeinde zusammen, berichten die Mitwirkenden.