Topspiel der Tischtennis-Bundesliga Borussia könnte gegen den Angstgegner auf Boll verzichten
Düsseldorf · Im engen Rennen um die beste Ausgangslage in den Play-offs der Tischtennis-Bundesliga ist am Donnerstagabend Fulda zu Gast in Düsseldorf.
Die Spielplangestalter der Tischtennis Bundesliga (TTBL) können keine Rheinländer sein. Andernfalls würde es am Beginn des Straßenkarnevals, an Altweiber, kein Meisterschaftsheimspiel für die Borussia geben. So aber empfängt der deutsche Meister um 19 Uhr den Angstgegner der laufenden Saison, den TTC Fulda-Maberzell. Die Osthessen sind das einzige Team, das die Düsseldorfer diese Saison zweimal hat bezwingen können: im Achtelfinale des nationalen Pokals und im Liga-Hinspiel. In der TTBL waren Kay Stumper, Anton Källberg und Timo Boll beim 0:3 chancenlos, im Pokal kassierten Ex-Europameister Dang Qiu, Mannschafts-Europameister Anton Källberg und Boll ein 1:3.
Zusätzliche Spannung erhält das Duell durch die Tabellensituation. Die Borussen sind mit 26:8 Punkten mit Spitzenreiter TTF Ochsenhausen punktgleich. Fulda rangiert mit 24:12 Zählern auf Position vier. Vier Spieltage vor Ende der TTBL-Hauptrunde lauert mit 20:16 Zählern der 1. FC Saarbrücken auf jeden Ausrutscher der Hessen. Daher wird Fulda alles für einen Sieg am Staufenplatz tun. „Ich gehe davon aus, dass Fulda gegen uns komplett antritt“, erläutert Borussia-Manager Andreas Preuß. „Wir haben ja noch mehrere Rechnungen offen, haben in dieser Saison schon zweimal gegen die Mannschaft verloren. Ich setze auf unseren Heimvorteil.“
Also rechnet Preuß auch damit, dass der Ex-Borusse, Ex-Europameister und Ex-Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov und auch der 20-jährige Taiwan-Youngster Cheng-Jui Kao in Düsseldorf eingesetzt werden. Die beiden sind die wichtigsten Gründe dafür, dass Fulda auf einem Play-off-Platz steht. Ovtcharov ist mit einer Einzelbilanz von 18:3 derzeit die Nummer eins in der TTBL-Spielerrangliste. Kao hat auch deutlich positiv gespielt (8:3). Beide waren auch entscheidend bei Fuldas 3:2 über Saarbrücken am vergangenen Spieltag.
Wer gegen den Angstgegner antritt, weiß Borussia-Cheftrainer Danny Heister erst kurz vor Beginn der Partie. Gut möglich, dass er auf Routinier Boll verzichtet. Der hatte gegen seinen alten Kumpel Ovtcharov und auch gegen Fanbo Meng in Pokal und Liga verloren. Zuletzt, in der TTBL-Begegnung von Dienstagabend beim ASC Grünwettersbach, kassierte Boll gegen Ricardo Walther als einziger Borusse in Karlsruhe eine Niederlage. Matchwinner mit zwei Einzelsiegen wurde Stumper. „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns“, urteilte Heister. „Schade, dass Timo seine Chance im dritten Satz nicht nutzen konnte. Aber ein großes Lob an Kay, der im zweiten Match deutlich besser war als am Anfang.“ Und auch Manager Preuß zeigte sich zufrieden. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen für das Spitzenspiel.“